Sonntagsfrage Nr. 8

​In letzter Zeit ist mir häufiger die Frage begegnet, ob es denn nun tatsächlich möglich sei „alles“ zu haben.  Im Sinne von all das, was einem wichtig ist zugleich. Und wie man dann Sozialleben, Familie, Karriere und eigene (auch körperliche) Bedürfnisse balancieren sollte. Eine der schlausten Antworten, die ich dazu hörte war: You can have it all but not at the same time.

Für mich bedeutet das, man muss zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche Prioritäten setzen. Deshalb kann ich z.B. immer noch nicht Gitarre spielen. Aber ich arbeite dran … Irgendwann werde ich es dann geschafft haben.

Was ist es bei dir, was du zu gern können würdest, für das du dir aber noch nicht die Zeit genommen hast?

*Tempest und ich haben uns überlegt, uns eine Art regelmäßiges Stöckchen zuzuwerfen. Jeden Sonntag stellen wir uns gegenseitig eine Frage als Blogimpuls, deren Beantwortung aber auch gerne kurz und knackig ausfallen darf.

Mitleser:innen sind herzlich eingeladen die Sonntagsfrage(n) ebenfalls zu beantworten. Entweder in den Kommentaren oder auf ihren eigenen Blogs. Dann würden wir uns sehr über eine Verlinkung freuen.

Sonntagsfrage Nr. 7

Ich gebe dir Recht, in Weihnachtsstimmung zu sein und beim Konsumfest mit zu machen wird so sehr erwartet, dass es sich anfühlt wie Nötigung. Das ist dann auch schon genau das, was mich an Weihnachten stört: Dieser Drang zu konsumieren und hunderte Euros auszugeben, für etwas, das mit Religiosität, Nächstenliebe, Besinnlichkeit und Familienzusammenhalt zwangsassoziiert wird.

Da ich mit Gruppendruck und Konsumzwang nicht so gut umgehen kann und zudem, zumindest vom deutschen Mittelwert ausgehen, arm bin, weigere ich mich da mit zu spielen. In den letzten Jahren führte das dann auch zu einem gewissen Überdruss. Ich kam nicht mehr in die sogenannte Weihnachtsstimmung, die ich vielleicht mit „Cosyness“ und Vorfreude umschreiben würde.

Das Weihnachtsfest verbringe ich immer bei meiner Familie, was in diesem Fall „Kernfamilie“ heißt. Also meine Mutter, mein „Stiefpapa“, meine Brüder, deren Partner und ein paar enge Freunde der Familie. Bei uns haben wir, um dem Konsumzwang zu entgehen, schon vor einiger Zeit eingeführt, dass wir „Wichteln“. Das bedeutet jeder zieht den Namen einer Person und beschenkt dann diese und nur diese. Das hat uns alle sehr stark entlastet und führt dazu, dass jeder etwas hat, auf das er sich freuen kann, ohne finanziell oder zeitlich in Stress zu geraten oder in Gefahr zu laufen, jemanden zu vergessen.

Dieses Jahr bin ich aber sogar schon ein paar Mal in Weihnachtsstimmung gewesen.

Als es neulich so aussah, bei uns an der Uni:

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Als mir klar wurde, dass ich dieses Jahr mit der neuen Liebe feiern kann und ich mir gar keine Sorgen um ihn machen muss, da er nicht, wie der andere, in irgendwelche komischen Stimmungen gerät. Ich kann einfach nur ein paar schöne freie Tage mit ihm genießen.

Als ich auf dem Weihnachtsmarkt war und mit Lumumba und gewürztem, heißen Apfelsaft meine Lieblingswinterheißgetränke entdeckte.

Zusammenfassend: Ich mag Weihnachten. (Wegen der Plätzchen. Ich hoffe, ich schaffe es noch Plätzchen zu backen, denn Plätzchenduft, gehört ganz klar zu dem, was an Weihnachten so liebenswert ist.) Und Tee und Lichterketten, überhaupt die Lichter überall, und das Essen, Trinken und Feiern mit der ganzen Familie. Die Nestwärme und die Freude über alles was gut ist. Und ich bzw. wir feiern unser Weihnachten so, wie es uns gefällt.

Tempest

Vieles nervt mich am alljährlichen Weihnachtswahn. Die ewig gleichen Lieder (ich kann „Last Christmas“ nicht mehr hören – wie wäre es mal mit was Neuem?), die ewig gleichen Fragen („Bist du schon in Weihnachtsstimmung?“; „Hast du schon Geschenke gekauft?“). Ich bin grundsätzlich kein Weihnachtsmuffel (auch ich mag manches an Weihnachten und komme in Stimmung) und auch kein Grinch (siehe Bild), aber diese ewigen Wiederholungen und diese Selbstverständlichkeit, mit der erwartet wird, dass jeder Weihnachten toll finden müsste und dieses Vermitteln der Wichtigkeit von Geschenken (Konsumfest…) nervt mich einfach. Das ist ja wie ein gesellschaftlicher Zwang (wenn ich Lust habe, mache ich bei vielem mit, aber nicht aus Zwang!)… Aber so ausführlich möchte ich da jetzt gar nicht werden – da würden noch weitere Ausführungen erforderlich sein. Ich wollte damit nur meine Fragen einleiten. Mich interessiert also:

Wie stehst du zu Weihnachten? Bist du in Weihnachtsstimmung, verfällst auch dem alljährlichen Wahn…

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