Antwort auf Sonntagsfrage Nr. 12

Tempest wollte von mir wissen, wie es bei mir ausschaut mit Prokrastination oder Aufschieberitis. Wie man daran erkennen kann, wie lange es gedauert hat bis ich auf diese Frage geantwortet habe: Schlimm ist das, ganz schlimm und mit unangenehmen Folgen.

Ich hab das Gefühl, dass ich oft weniger Energie habe, als viele Menschen die ich kenne. Beziehungsweise muss ich halt mit meiner Energie sehr sorgfältig haushalten. Liegt vielleicht daran, dass die Welt in der wir leben, die Extrovertierten begünstigt und die Introvertrierten unter Druck setzt extrovertierter zu sein. Das führt dann dazu, dass ich mir Belastungen versuche einzuteilen. Die lassen sich aber nicht immer einteilen und so entstehen immer wieder größere Hauen an zu bewältigenden Aufgaben. Während des Semesters zum Beispiel bin ich immer gut ausgelastet mit der Herausforderung Studium, Arbeit, Sozialleben und Pflichten des erwachsenen Menschen unter einen Hut zu bringen.

Ein frühzeitiges Anfangen mit Seminararbeiten, Referaten oder Ähnlichem ist dann für mich nicht wirklich drin. Also stehe ich dann, am Ende der Vorlesungszeit da und habe das Problem, dass mehrere Hausarbeiten in 2-3 Wochen fertig sein müssen, während ich mich vielleicht noch auf eine Prüfung vorbereiten muss. Und wenn dann noch oben drauf kommt, dass ich das ganze dann immer wieder aufschiebe, wird es eigentlich jedes Semester echt kritisch. Das ist jedes Mal eine üble Belastungsprobe. Aber es ist halt auch echt schwer sich in die Arbeit zu stürzen, wenn der Berg so riesig erscheint und das Semester an sich auch schon so anstrengend war.

Also, wie du bereits wusstest: Ja, das Aufschieben ist auch bei mir ein riesen Problem. Das Durchziehen dann nicht mehr, denn wenn es erst mal läuft, dann läuft es relativ smooth. Einfach ist dass dann nicht, aber die Herausforderung weckt dann meinen Ehrgeiz. Was ich zum anfangen brauche, weiß ich immer noch nicht genau. Irgendwann lege ich dann einfach los. Vielleicht hat es etwas mit dem Druck zu tun, da bin ich mir nicht so ganz sicher. Ich schaffe es aber (bis auf wenige Ausnahmen) immer, den Anfangszeitpunkt genau so zu legen, dass ich immer ne Punktlandung hinlege.

Vor und nach jeder neuen Aufgabe, die termingerecht fertig werden muss, auch im Privatleben, nehme ich mir vor diesmal frühzeitig anzufangen. Aber jedes Mal ist es dann so, dass ich vom Alltag so in Anspruch genommen bin, dass ich mich den Zusatzaufgaben so spät wie möglich stelle, um zwischendurch auch ab und zu mal durchatmen zu können, weil das so wichtig für mich ist. Dann habe ich das Gefühl ich verschwende meine Zeit und der Berg wird immer größer. Es ist ein Teufelskreis von dem ich nicht genau weiß, wie ich daraus ausbrechen kann…

Antwort auf Sonntagsfrage Nr. 1X

Tempest wollte von mir wissen, ob ich ein Faschingsnarr, -muffel oder irgendwas dazwischen sei. Und wieso, wehalb, warum natürlich auch.

Wie immer sind die einfachsten und direktesten Fragen gar nicht so einfach und direkt zu beantworten. Insbesondere nicht von mir, da ich wie mir aufgefallen ist, selten „top“ oder „flop“ sagen kann, sonder immer ein „ja (oder nein), aber“ draus wird.

Also. Die Antwort auf die Frage hätte vor zwei Stunden noch „irgendwas dazwischen“ gelautet, obwohl ich mit Sternflüsterer konform gehe, dem große Mengen viel zu lauter, betrunkener und ausgelassener Menschen zu überwältigend sind. So geht es mir nämlich auch. Mich überfordert sowas meistens. Doch als Kind und Jugendliche habe ich Fasching, wie es bei uns heißt, immer sehr gerne und ausgelassen gefeiert. Für Kinder ist es eh anders. Und wenn mensch sich kostümieren darf und Süßigkeiten bekommt und alles so wunderbar bunt ist…was hätte ich als Kind dagegen haben sollen. Naja, außer das meine Mutter mich ab und zu in Kostüme steckte, die ich nicht mochte. Es gibt da ein wunderbares Bild von mir im Clownskostüm mit grimmigem Blick und roten Bäckchen.

Als Teenager liebte ich die Chance jemand anderen darzustellen als mich selbst und natürlich war jeder Grund mit meiner Clique zu feiern und mich zu betrinken sehr willkommen. Wir waren jedes Jahr auf einem „Faschingszug“ im Nachbarort, der genau genommen aus der gesamten Dorfjugend und drei oder vier Traktoren mit Anhängern bestand. Wir zogen dann von Hof zu Hof und überall gab es einen Schnaps oder ein Glas Wein zu trinken. Als wir dann in die Dorfkneipe einkehrten, wo es Würstchen oder Schnitzel gab, waren wir alle schon ganz herrlich besäuselt…so gegen eins oder zwei am Nachmittag war das dann meistens. Heute gruselt es mich schon bei der Vorstellung, damals hatten wir dabei großen Spaß.

Nun zu dem Grund zurück, warum sich heute meine Einstellung eher in Richtung Faschingsmuffel verschoben hat. Dieses Jahr habe ich weder Lust noch Gelegenheit Fasching zu feiern. An diesem Wochenende war ich hauptsächlich damit beschäftigt eine Hausarbeit zu schreiben. Trotzdem musste ich vorhin die Innenstadt durchqueren, die von den Überresten derjenigen heimgesucht wurde, die den Faschingszug besucht haben. Alle waren völlig betrunken und überdreht und ich merkte einfach, dass mir das viel zu viel war. Ich weiß gerade sehr genau, dass ich das einfach nicht mehr brauche. Ich verstehe den Reiz sehr gut, sich zu verkleiden und einfach mal auf Konventionen zu pfeifen. Aber auf mich wirkt es geradezu beängstigend, wie trunken und aufgedreht die Menschen wirken. Heute hatte ich das Gefühl all das hätte einen bedrohlichen Unterton und die Stimmung könnte jederzeit kippen.

Langer Rede kurzer Sinn: Entweder bin ich gerade zu müde für den Scheiß oder längst zu alt.

Über den ganzen ideologischen Mist mit sexistischen und rassistischen Kostümen fange ich jetzt gar nicht erst an 😉

 

Sonntagsfrage Nr. 11

Ich bin mir ziemlich sicher, dass vergangene Woche gar keinen Sonntag hatte. Hätte sie einen gehabt, hätte es hier ja eine Sonntagsfrage gegeben, oder nicht?

Aber heute, davon bin ich überzeugt, ist Sonntag und daher darf ich dich/euch mal wieder etwas fragen.

Wir haben ja jetzt Fasching. Auch wenn ich nicht so genau weiß, wann der Fasching eigentlich so richtig anfängt, so bemerke ich es natürlich, wenn überall bunt bemalte Menschen herumlaufen und mir ihr „Helau“ entgegen schreien. Ganz persönlich stelle ich mir in diesen Tagen öfter die Frage, warum die Leute einfach nicht verstehen/wissen/merken oder sich dafür interessieren, dass es NICHT in Ordnung ist, sich als „Indianer“, „Chinese“,“Zigeuner“, „Schwuler“ oder „Olga“ (Beispiel aus meiner Facebook-Timeline) zu verkleiden.

Meine weniger ideologisch Frage an dich/euch ist ganz simpel:

Faschingsmuffel oder -fan? Hast du Spaß an der Karnevalszeit oder eher nicht? Und was gefällt dir daran (nicht)?

*Tempest und ich haben uns überlegt, uns eine Art regelmäßiges Stöckchen zuzuwerfen. Jeden Sonntag stellen wir uns gegenseitig eine Frage als Blogimpuls, deren Beantwortung aber auch gerne kurz und knackig ausfallen darf.

Mitleser:innen sind herzlich eingeladen die Sonntagsfrage(n) ebenfalls zu beantworten. Entweder in den Kommentaren oder auf ihren eigenen Blogs. Dann würden wir uns sehr über eine Verlinkung freuen.