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Maschen

August 16, 2016

(Adaption von „The Cracks“)

Meine Angst durch die Maschen zu rutschen
scheint immerwährend.

Heute bewege ich mich
wie eine steinalte Schildkröte
durch den Tag
den Kopf fast gänzlich im Panzer verborgen
mit ökonomichen Bewegungen
müden Sand in den Augen.

Meine Angst durch die Maschen zu rutschen
scheint immerwährend.

Heute bewege ich mich
mit der Anmut einer Hundertjährigen
durch den Tag
oder es ist Dornröschen
träumend für einhundert Jahre.

Ich trug meine Sonnenbrille wie ein magisches Schild
während ich dachte
ich sei wieder durch die Maschen
in die Unterwelt hinab gerutscht.

Durch die Haut meiner geschlossenen Lider
sehe ich alles
auf der Oberseite
in blendendes Licht gebadet.

Meine Angst durch die Maschen zu rutschen
ist wie mein musikalisches Thema
das immer im Hintergrund läuft.

Heute habe ich gelernt
dass die uralte
weltenmüde Frau
ein junges Mädchen mit schwungvollen Hüften ist
eine sandäugige Schildkröte in einem schlammbespritzten Panzer ist
ein Wanderer
zwischen Welten
zwischen Leben
ist

Diese Maschen
mögen Portale sein

Vielleicht hält mich das Spazieren zwischen Welten
davon ab durch vergessene Türen zu stolpern.

Die unerträgliche Leichtigkeit der Dinge

August 16, 2016

Eigentlich ist es doch ganz leicht.
Soll es aber gar nicht sein.

Es tut so weh, dass ich weiß:
Das mit dem zerbrechenden Herzen ist mehr, als eine Metapher.
Ich kann es fühlen, wie das Licht meiner hellen Freude verschüttet wird von der Schlammlawine, die von diesem krampfhaft pulsierenden Klumpen Fleisch abgeht.
Sie fällt, fließt, deckt alles zu
und
kurz ist Frieden.

Im Frieden sehe ich einen Weg
und das Licht ist immernoch da
irgendwo unter dem Dreck.

Wenn das Geröll zu liegen kommt
und der trocknende Schlick Risse bekommt,
die aufbrechen,
habe ich Land unter den Füßen.

Ich sehe den Weg
und könnte ihn gehen.

Ich bleibe wo ich bin
und knibbele an den halb geschlossenen Wunden
in meinem Herzen herum,
um herauszufinden,
ob ich noch etwas von der kühlen Verzweiflung finde.

Vor mir liegt ein Weg
und ich gehe ihn nicht,
ohne sagen zu können, warum ich den den Schmerz durch meine Finger rinnen lassen muss.

Er ist zu groß,
um ihn einfach loszulassen.
Das hier ist zu wichtig.
Zu wichtig, um unbetrauert in die Schatten der Vergangenheit hinabzusinken.

Noch habe ich nicht jeden Moment geschätzt,
noch nicht jedes Gefühl gewogen,
noch nicht alles gelernt.
Noch nicht
noch nicht
noch nicht.

Ich stehe auf dem Weg
und das woran ich mich klammere,
ist die Vergangenheit
und vor mir liegt die Zunkunft

Dann kommt jemand, löst meine Finger und sagt:
Vor dir ist das Licht,
unter dir tragen dich deine Beine,
zwischen deinen Finger ist nichts.

Du hast gelernt,
dass niemand und nichts dein Licht auslöscht.
dass du liebst, auch wenn es gefährlich ist.
Du hast gelernt zu gehen, wenn du es musst.

Dieser Schmerz ist zu schwer, um ihn weiter festzuhalten.

Hier stehe ich nun, mit nichts in den Händen
und der Gewissheit im Herzen, dass ich nur im Tod stillstehen kann
und dann greife ich in die kaum verheilten Wunden in meinem Herzen
und reiß daran herum.

Es ist noch nicht so weit.
Das hier ist zu groß.
Das hier muss noch bluten.

Obwohl der Weg zurück unter dem Druck der Realität weggebrochen ist,
obwohl ich sehe, wie sich der Nebel der Vergangenheit sammelt,
sage ich nein.

Es ist nocht nicht so weit.
Ich weiß jetzt, wer ich nicht mehr bin.
Ich weiß nocht nicht, wer ich sein soll ohne diesen Schmerz.

Vielleicht
bin ich dann gar nichts
wo ich doch immer nur eins war
und der Schmerz ein Teil davon.

Zahnräder

August 12, 2016

Wir liegen zusammen im Bett, wie nur Liebende zusammen liegen können. Mein Kopf auf deiner Brust, oder deiner auf meiner, was macht das schon für einen Unterschied. Arme und Beine sind verwoben, Gedanken und Herzschläge mischen sich miteinander.

Ich liege da und wundere mich. Wie einfach es mit dir ist. Wie selbstverständlich. Wie schön. Wie aufregend. Ich kann es kaum erwarten dabei zu sein, um zu erleben, wie das mit uns weiter geht.

Wie gut plötzlich alles zusammen passt und ineinander greift.

Du nimmst meine Hand,

„Ich finde, wir ergänzen uns ziemlich gut.“

verschränkst deine Finger mit meinen.

„So fühlt sich das an. Als würden wir ineinander greifen.“

Du denkst kurz nach.

„Wie zwei Zahnräder.“

 

Falling heart over heels (but slowly)

August 1, 2016

I am still on my way and where else would I be.
I feel I have arrived somewhere new and can never stop to admire the view.
Like a shark I would suffocate if I ever stopped moving.

And here I am, opening and closing my mouth as if I were. Here I am, shutting up again without saying the words.

There they are, those words.
A while ago I said I was not in love with you. I know what I am with you. I am at ease. I am safe. I am hungry. I am.

I open my mouth and here they are. Those words. Etched into the rim of my tongue.

. . .

I have no idea, no plan, how life with you is supposed to look like. And I do not fret. I do not hesitate and I am not scared.
Everything is going to be just right.

I . . .

Do you know, that I have been looking for you?
You are the one that allows himself to feel the world and you are not scared.
You are the one with the silly laughs.
You are the one with the stupid comments.
You are the one that sees without judging.

I have it at the tip of my fingers, feel it between my teeth, catch it in my breath, when I look into your eyes.

. . .

All of this is so sudden.
I am not ready to trust again.

I do trust you.
But I do not trust myself.
I am afraid.

 I might just be using you
to get away from all this shit 
with him –  No, I will have no more of that.

You are just who you claim to be.
You are just who I believe you to be.

There are no heart-shaped glasses.

I…

I see you
complex and imperfect
as you are.

So why do I feel I need more time
when all I want is to spend more time with you?

I am scared shitless.

Do I really dare to love you, when all of this could just be another hallucination my fucked up brain creates to make me feel like peace existed?

I want to feel everything with all my heart as if I had forgotten how to be afraid.

Loveless – Less Love (Ausgegraben 2012)

Juli 23, 2016

We are still naked.

My upper body rests on your chest while I breath in the scent of us.

I’m still afraid, I say.

Your raise an eyebrow: Why is that?

I fear I’m falling in love with you. But that isn’t it. I’m afraid you´re not.

That fear might be wise, you say.

I feel my hands and my face go cold.

Why is that?

Because I’m not.

We talk. I act very calm.

In fact at that point I’m not even sure if I love you. What I know is, that I love everything that is between us.

You know, I say, I don’t see when you will realize that you aren’t gonna love me. And I don’t see, I say, tightening the grip on your hand, how, when and why this should end.

Neither do I, you say, breathing deeply into my hair.

That was two weeks ago. Nothing changed. Everything went on perfectly beautiful only occasionally disturbed by either my or your insecurity.

I never dared to mention my fears again, even though you had thanked me for voicing them.

I think I love you.

I love the beauty of your mind and the beauty of your smile.

I love the beauty of your imperfection.

I love your bloated ego and the insecurity you hide behind it but never hide from me.

I love you.

An I only want to have you in the way I have you now.

In this it’s all or nothing.

I wouldn’t know how to handle „I don’t love you“ now, that I have you.

I don‘ want to lose you.

I love you but I’m well aware that I will try to break this love into pieces. I will fracture it the second I have to face the truth.

You don’t love me. I don’t have anything.

Lücken schließen

Juli 13, 2016

Da war diese Beziehung, die ein riesen Loch in mein Leben und mein Herz gerissen hat. Eine Beziehung, so intensiv, dass ich sie jetzt nicht mehr von einer Abhängigkeit unterscheiden könnte.

Als es zu Ende war, wirklich zu Ende, wusste ich zunächst nicht, was ich mit diesem Loch machen sollte.

Wie sollte ich allein je genügen, um das zu heilen, um all das zu sein, was wir zusammen gewesen waren, um all das nicht zu fürchten, was er aus mir gemacht hatte, um zu werden, wen ich dank ihm zum ersten Mal in mir gesehen hatte?

Ich habe es geschafft. Allein und doch nicht allein. Ich habe geschrieben und geweint, geredet und geschrien, bin gestürzt und auf allen Vieren weiter gekrochen, bis ich wieder aufstehen konnte.

Ich habe die Augen verschlossen, vor der Wahrheit, bis ich genug Mut hatte, mich ihr zu stellen. Und dann bin ich hin gegangen, zu dieser Wahrheit und es fing alles von vorne an.

So sieht die Wahrheit aus, ungeschmückt, ungeschminkt und nicht relativiert:

Wir waren abhängig voneinander.

Ich bin jetzt eine, die von ihrem Partner geschlagen wurde.

Du bist jetzt einer, der seine Partnerin geschlagen hat.

Ich habe gestritten, relativiert, beschönigt, umformuliert, erklärt. Und alles war wahr. Doch die nackte Wahrheit schmerzt noch immer.

Ich bin eine Frau, die geschlagen wurde und dennoch an der Beziehung festhielt.

Als ich mich dieser Wahrheit stellen konnte und die Narbe, die ich im Spiegel sah, dieser Wahrheit zuordnen konnte, war ich nicht auf den Schmerz gefasst, der damit zurück kam. Ich hatte nicht gemerkt, dass ich es nie wirklich zugegeben hatte. Doch dann begann das Loch sich zu schließen.

Fast wie von alleine. Und es kehrte Ruhe ein, in meine Mitte.

Jetzt ist da ein neuer Mann. Obwohl ich nach ihm gesucht hatte, bin ich fürchterlich erschrocken, als ich ihn gefunden habe. Ich hatte geglaubt, der nächste würde ein Lückenbüßer sein, einer der für die Fehler des anderen bezahlt, indem er mein Herz nicht gewinnen kann, weil ich mich nicht traue es zu öffnen.

Doch diesmal ist es anders. Dieser hier ist anders. Alles ist so selbstverständlich, so einfach und widerstandslos, so schön, dass mir am Anfang einfach nur schwindelig war.

Zuerst kam er mit Ruhe und Wärme in mein Leben, doch der Sturm folgte auf dem Fuß und riss mich mit. Alles ist unvertraut und vertraut zugleich. Und jetzt ertappe ich mich dabei, wie ich nach etwas suche, das immer noch fehlt. Aber da fehlt nichts. Nichts außer dem Drama, an das ich mich so gewöhnt hatte.

Ich bemühe mich darum, mit der Suche nach dem Ding, dass alles in ein anderes Licht rückt, aufzuhören.

Es ist, wie es ist.

 

 

 

Paranoid Trees

Juli 4, 2016

We are paranoid.
We live and we breath. We dare and we hurt. We grow and we learn.
We never break. Winds of change erode us, bend us, straighten us (just as they please),
sticks and stones collide: We don’t break. What doesn’t kill us doesn’t make
us harder.We sway and we bruise; we crash to the ground,
just to grow back
stronger
than ever
before. When
we stand tall again,
we are warily eyeing what tries to land in our
crowns and tries to nest in our foliage – we know it won’t bring us down.
We learned to trust in our strength we learned to rely on our roots – we just are paranoid trees.

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