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Körper, Hirn & Ich

April 16, 2016

Freitag, 01:30 nachts.

Ich: Oh super, morgen werde ich sowas von ausschlafen.

Der Körper: Schlaaafen.

Das Hirn: Ähhh. Wo bin ich?

 

 

Samstag, 08:00 morgens.

Der Körper: Oh super. Ich bin wach. Erst mal kacken, dann vielleicht Frühsport.

Das Hirn: Ähhh. Wo bin ich?

Ich: OK, Fresse. Wir schlafen weiter.

 

 

Samstag, 10:00 Uhr morgens.

Das Hirn: Yaaaay. Ein neuer Tag. Paaarty!

Ich: Erst mal Kaffee?

Der Körper: Auuu. Ich fühl mich wie 85! Können wir noch 100 Jahre schlafen, bitte?

Die Leere

April 14, 2016

Sie ist irgendwie eine merkwürdige Sache. Deine Abwesenheit. Es fühlt sich an, als wärst du aus meinem Zentrum herausgesaugt worden. Gewaltsam. Und die Luft oder irgendwas anderes hätte hineinrauschen sollen, um die Leere zu füllen, die dein Abgang hinterlassen hat.

Aber das ist nicht passiert, denn der Ort, den ich für dich geschaffen habe, in der Mitte meines Lebens, war gut geschützt. Wir haben ihn so eingerichtet. Ich habe ihn so eingerichtet.

Ich hab mein Bestes getan, um dich davon zu überzeugen, dass da immer Raum für dich ist, der nicht von irgendjemand anderem beansprucht werden kann. Um diesen Anschein zu erwecken hab ich sichergestellt, dass es da immer Raum ist, der nicht von jemand oder etwas anderem beansprucht werden kann.

Nach dem du deinen Abschied genommen hast, ist dieser Platz noch immer frei. Es fühlt sich an, als würde ich im Dunkeln herumtasten, während ich Zeugs in die Leere schmeiße. Ich öffne die Türen und schau, was sich herein bewegt und da ist nichts. Da ist immer noch diese Du-förmige Leere. Ich vermiss dich nicht mal mehr. Ich bin irgendwie traurig, dass du nicht mehr Teil meines Lebens bist. Vielleicht werd ich das immer sein.

Aber endlich weiß ich nicht nur, sondern kann es wirklich fühlen, dass wir so besser dran sind. Aber dann sind da diese Orte, die wir zusammen bewohnt haben. An manchen von ihnen lebe ich noch immer und ich weiß, du tust es auch. Und ich frage mich, was geschehen wird, wenn ich auf dem Weg zur Arbeit mit dir zusammen stoße. Ich bin mir sicher, ich werd bluten. Aber am Ende haben wir niemals wieder aufgehört zu bluten, nachdem wir ein „Wir“ wurden.

Scheint, als würde ein Teil von mir dich für immer lieben.

Scheint, als wäre ich gar nicht so schlecht darin ohne dich zu leben, obwohl es ziemlich nervig ist, mit deinem Geist in meinem Kopf zu leben.

The Void

April 14, 2016

It’s a crazy thing. The absence of you. It feels like you were sucked out of my centre. Forcefully. And the air or anything else should have rushed in, to fill the void that followed your leaving.

But it didn’t, because the place I made for you in the midst of my life was closely guarded. We made it so. I made it so.

I did my best to convince you that there is always a space for you that can never be occupied by anyone else. To make it appear that way I made sure that there was always a space that could never be occupied by anyone or anything else.

After you took your leave it still isn’t. I feel like tapping around in the dark, while I try throwing stuff into the void. I open the doors and look what moves in and there’s nothing. There’s still this you-shaped emptiness. I don’t even miss you anymore. I am somewhat sad, that you aren’t part of my life anymore. I might always be.

But finally I don’t only know but truly feel that we are better of this way. And then there are the spaces we inhabited together. Some of them I still occupy and I know you do, too. And I wonder what will happen the moment I bump into you on my way to work. I’m sure I’ll bleed. But in the end I never stopped bleading after we became an item.

Seems some part of me will always love you.

Seems I’m not so bad at living without you, although living with the ghost of you is really annoying.

spark / funke

Februar 28, 2016

the ashes are still warm from the glow beneath

waiting for the wind that brings back the spark

maybe if I move fast enough

 

seems to be to hard to muster that heat

die asche ist noch warm von der glut die darunter liegt

wartet auf den wind der den funken wiederbringt

vielleicht wenn ich mich schnell genug bewege

 

 diese hitze aufzubringen erscheint zu schwer

Innocence / / Unschuld

Februar 10, 2016

I stopped thinking about him weeks ago

Schon vor Wochen hab ich aufgehört an ihn zu denken

Until recently

bis ich vor Kurzem

I recovered the issue of us.

diese Sache mit uns wiederentdeckt habe.

What, I thought, if I still miss him?

Was, dachte ich, wenn ich ihn immer noch vermisse?

It has always been easier

Es war schon immer einfacher

 to hold on to us,

 an uns festzuhalten,

than to let him go.

als ihn lozulassen.

I keep forgetting who I was with him

Ich vergesse immer wieder, wer ich mit ihm war

and I can’t seem to recall who I have been before.

und mir fällt nicht mehr ein, wer ich vorher gewesen bin.

Still I remember everything in burning clarity.

Und doch erinnere ich mich an alles in brennender Klarheit.

I keep reminding myself that it was worth it all

Ich sage mir immer wieder, dass es das alles wert war.

Then I wake up in the middle of the night

Dann wache ich mitten in der Nacht auf

sticky with panic

klebrig vor Panik

and I know what we have lost

und weiß, was wir alles verloren haben

above all the time we faught in vain.

zusätzlich zu all der Zeit, in der wir vergebens gekämpft haben.

This thing with us,

Diese Sache mit uns,

I recently recovered,

ist mir kürzlich wieder eingefallen,

was once the best thing that ever happend to me.

war einmal das beste, was mir je passiert ist.

Das Mädchen und die Dunkelheit II

Januar 28, 2016

Mit scharfer Klinge schneidet der Wind in ihre Haut. Zwischen vorbeitreibenden Wolkenlandschaften blitzt hin und wieder der Vollmond auf, wie das Blinken eines fernen Leuchtturms. Die kalte Luft duftet nach Regen.

Hier kann sie atmen, ohne die lächelnde Maske vor dem Gesicht, frei vom Gestank der Anderen. Hier auf diesem Streifen Land, zwischen Fluss und See, hunderte Meter vom nächsten betonierten Kulturobjekt des menschlichen Fortschritts entfernt, atmet sie ein. Unter ihr atmet der See aus. In seinem Dunst steigt die Finsternis auf und kriecht unter ihre Haut.

Unter ihren Füßen regt sich etwas, unbemerkt. Erstarrt im Tod hat es vergessen, was es ist. Jetzt atmet es ein. Es kennt sich selbst nicht, weiß nicht wie man „Ich“ sagt. Ist nicht Geist, nicht Bewusstsein, ist nur ein Rest an Energie ohne Wissen von der eigenen Existenz, gefangen im Diesseits. Geräusch. Dissonanz.

Jetzt ist sie hier. Sie ist Leben, Wärme, Bewegung, Musik. Noch rührt sie sich nicht und doch schwingt die Welt um sie herum.

Es weiß nicht einmal, dass es ist. Angezogen wird es allein von dem Lebendigen, das sich in sein Land gewagt hat. Es spürt die Wellenbewegungen. Die Schwingungen der Anwesenheit eines denkenden Wesens.

Sie ist nicht besonders. Sie ist nicht schön. Sie ist nicht frei. Ihre Schritte sind unsicher und zögerlich. Als sie schließlich beginnt zu tanzen, tut sie es nur, um sich zu spüren.

Sie geht auf und ab und versucht ihre Bewegungen in Rhythmus ihrer  Gedanken zu bringen. Sie dreht sich, hebt die Hände zum Himmel. Ein Geräusch befreit sich unbemerkt aus ihrer Kehle, wird zu einem Summen.

Witternd nähert es sich dem Menschen, umkreist ihn, wird zum Klang, zur Resonanz, erwacht.  Es drückt sich an sie heran und pulsiert mit dem Schlagen ihres Herzens. Es umtanzt sie und wimmert wortlos als Antwort auf ihren Gesang.

Sie singt, um nicht zu schreien. Sie tanzt, um nicht davon zu rennen. Sie dreht und dreht sich, bis ihr schwindlig wird und ihr der Atem ausgeht.

Dann steht sie still. Das Herz trommelt in ihrer Brust. Sie lauscht in die rauschende Nacht. Und sie fühlt, dass sie nicht mehr alleine ist mit der Leere unter dem Himmel. Aus der Abwesenheit entsteht ein Schmerz, so umfassend, wie die Welt. Sie glaubt Stimmen im Wind zu hören, eine Melodie, die durch die Nacht klingt.

Langsam kommt sie zu Atem. Das Zittern ihrer Hände beruhigt sich und ihr Herz stolpert in einen neuen Takt.

Als der Wind sich legt, leuchtet die Nacht in einem veränderten Glanz. Über dem Wasser erzittert die Stille.

Als sie wieder beginnt zu tanzen, sind ihre Schritte sicherer, ihre Bewegungen schneller. Ihre Stimme schwingt sich nun endlich über die Gewässer. Sie dreht und dreht und dreht sich, bis sie das Gleichgewicht verliert und zu Boden fällt. Ein leichter Regen setzt ein und die kalten Tropfen fallen in ihre weit geöffneten Augen. Sie fühlt ihr Herz außerhalb ihres Brustkorbs in der Dunkelheit schlagen. In ihrem Inneren leuchtet die Sehnsucht wie eine Fackel.

Über ihr und um sie herum schwebt die Präsenz, die diesen Ort bewohnt. Sie trinkt sich satt an den Gefühlen dieses Menschen. Die wütende Melancholie, die nagende Angst, der Schmerz dieser Welt, sie kochen nun in dem Ding, das versucht, sich selbst zu erkennen. Es brennt mit der Energie des Menschen, aber es kann nichts verstehen.

Sie geht und es fühlt ihr nach. Es bleibt zurück, gefesselt an eine Existenz die keine ist. Nicht wissend, ob es vor dieser Nacht überhaupt existiert hatte. Ohne Erinnerung, daran, dass es je ein Leben gehabt hätte. Gedanken können sich hier nicht formen. Alles, was es kann, ist warten.

Ohne es auch nur zu ahnen hat das Mädchen es gebunden mit seiner eigenen Sehnsucht und den  ungezügelten Emotionen. Es weiß nicht. Nicht woher es kam. Wohin es ging, oder ob es einst ein Ziel gab. Vielleicht wurde es eben erst geboren. Und nun war sie gegangen und es war nichts mehr.

Mit nackter Seele, schutzlos und roh, erreicht sie den Rand des Dorfes. Die Sehnsucht trägt sie noch immer in sich. Sie flackert in ihr, wie ein wärmendes Feuer, ohne etwas zu verzehren.

Sie betritt die geteerte Straße und schlüpft wieder in ihre Persönlichkeit, wie in ihren alten ausgeblichenen Lieblingspulli. Nun fühlt sie sich sicher. Warm und geborgen, ohne allzu viel von sich Preis zu geben. Sie fährt mit den Fingern durch ihr windzerzaustes Haar und nennt sich wieder bei ihrem Namen.

Und sie erinnert sich.

So lebt sie ihr Leben ohne Bedauern. Freiheit ist das, was ihr in dieser Nacht geschenkt wurde. Freiheit von der Angst. Sie wartet nicht mehr, sie lebt. Träume lassen sie vorwärts gehen. Dabei überlebt nicht jeder Traum seine Geburt in der Realität. Sie findet das Leben und verliert es wieder. Sie glaubt, sie findet sich selbst und verliert sich immer wieder neu.

Sie lebt und alles ist wahr. Sie weiß, sie braucht nur sich, um das Leben zu meistern. Sie trägt den Kopf in den Wolken und stellt die Füße auf den Boden der Tatsachen.

Und so vergehen Jahre. Das Alter gräbt seine Spuren in ihr Gesicht und ihren Geist. Noch immer erinnert sie sich. Aber sie zweifelt, glaubt, sie habe nur geträumt. Sie wundert sich, dass sie sich niemals zerrissen gefühlt hat zwischen den Welten. Zwischen ihrer Sehnsucht und der Realität. Aus der Unsicherheit wird ein Schmerz und der Schmerz wird zu einem Ruf, der ihr keine Ruhe mehr lässt.

Getrieben von ihren Träumen. Ausgezehrt von schlaflosen Nächten. Zerfressen vom Zweifel kehrt sie um. Am Rande der geteerten Straße zieht sie die Schuhe aus und schält sich aus ihrer Persönlichkeit, wie aus einer zu eng gewordenen Jeans.

Der Himmel ist sternenklar in dieser Neumondnacht.

Auf der Halbinsel wartet etwas. Es ist ein Regenbogen aus gesammelten Eindrücken, ein Monster, ein Engel, ein Gespenst. Es ist Regen und Sonne, Wind und Flaute. Ein erblühender Baum, ein sterbendes Eichhörnchen. Es ist der erste Schnee. Es ist ein kleines Kind mit einem Eis am Stiel, ein Pärchen, das sich liebt. Ein Orgasmus, eine Ohrfeige. Es ist die Angst und die Hoffnung.

„Ich bin,“ sagen tausend Stimmen, wispert der Wind im dürren Gras, knirscht der Schnee unter ihren Füßen. „Du bist,“ sagt es, „niemals ganz, ohne mich.“

Und so öffnet sie sich, wie damals. Sie spürt das Rauschen der Welt und sie tanzt. Etwas greift nach ihr und sie hält sich daran fest. Ihre Stimmen schallen über die Gewässer. Resonanz, Harmonie.

Sie sind ein perfekter Moment und die Tränen des Abschieds, der verzweifelte Mut und die Angst vor dem Sprung, sie sind die Hoffnung und die Sehnsucht.

Zusammen sind sie die Welt und ihr Schmerz.

Nun ist sie eins. Ein Atem, ein Herzschlag, ein Leben.

Ich strecke die Waffen

Dezember 6, 2015

Das nervt mich jetzt richtig. Ich muss mich geschlagen geben. Aus meinem literarischen Adventskalender wird nichts.
Im Moment ist so ein Projekt zeitlich einfach nicht realisierbar. Ich könnte natürlich jeden Tag im Telegrammstil schreiben: Hallo ich lebe. Es geht mir gut. Ich arbeite viel. Das würde dann aber nicht dem entsprechen, was ich vorhatte, als mir die Idee des Adventskalenders kam.

Ich werde so oft schreiben, wie es geht. Aber im Augenblick gehe ich morgens um halb acht aus dem Haus, komme zwischen 10 und 11 Uhr abends nach Hause, bearbeite noch ein paar Dokumente und falle dann um halb eins todmüde ins Bett. Und das von Montag bis Samstag. Heute habe ich nur sechs Stunden gearbeitet. Und dann habe ich mir einen Videoabend mit einem Freund gegönnt.

Im Augenblick bin ich einfach so gut wie nie zuhause, meine Katze lebt praktisch bei meiner Oma, meine Wohnung verwildert und meine Augenbrauen sehen aus wie die von Rübezahl.

Wir stemmen gerade ein Riesenprojekt, über das ich euch gerne in Kürze mehr erzähle. Aber mein ältestes, liebstes und meist vernachlässigtes Projekt muss aus genau diesem Grund noch etwas auf meine Aufmerksamkeit warten.

Allen die hier mitlesen wünsche ich jetzt noch einen schönen Nikolaustag und eine wunderbare Vorweihnachtszeit.

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