Antwort auf Sonntagsfrage Nr. 11

Tempest wollte diesmal von mir wissen, was in diesem Semester das/die Highlight(s) meines Uni-Alltags/der Vorlesungszeit waren.

Das kann ich wirklich knapp beantworten: Die gab es dieses Semester nicht wirklich. Ich war so von anderen Dingen eingenommen, dass ich die Uni ehrlich gesagt sehr vernachlässigt habe.

Die Veranstaltungen, die ich besuchte waren größtenteils verpflichtende, die ich abarbeiten wollte und all zu viele waren es auch nicht. Das waren schon mal die nicht ganz so guten Startvorausetzungen. Ein positiver Grund für meine Vernachlässigung war, dass ich endlich wieder ein erfülltes Sozialleben führe. Deine Freundschaft hat dazu beigetragen und natürlich auch F. (wie die neue Liebe ab jetzt hier heißt) Dann gab es Ärger auf der Arbeit, was mich unheimlich viel Kraft gekostet hat. Das konnte ich zwar nicht wirklich lösen, aber ich habe inzwischen eine neue Arbeit gefunden. Und zuletzt natürlich Gs Erkrankung, die uns irgendwie alle von den Füßen gerissen hat.

Jetzt geht es darum, die inneren Reserven langsam wieder aufzufüllen und die Kräfte klug einzuteilen und dann die wenigen Prüfungsleistungen zu bewältigen, die ich dieses Semester habe.

Ich strecke die Waffen

Das nervt mich jetzt richtig. Ich muss mich geschlagen geben. Aus meinem literarischen Adventskalender wird nichts.
Im Moment ist so ein Projekt zeitlich einfach nicht realisierbar. Ich könnte natürlich jeden Tag im Telegrammstil schreiben: Hallo ich lebe. Es geht mir gut. Ich arbeite viel. Das würde dann aber nicht dem entsprechen, was ich vorhatte, als mir die Idee des Adventskalenders kam.

Ich werde so oft schreiben, wie es geht. Aber im Augenblick gehe ich morgens um halb acht aus dem Haus, komme zwischen 10 und 11 Uhr abends nach Hause, bearbeite noch ein paar Dokumente und falle dann um halb eins todmüde ins Bett. Und das von Montag bis Samstag. Heute habe ich nur sechs Stunden gearbeitet. Und dann habe ich mir einen Videoabend mit einem Freund gegönnt.

Im Augenblick bin ich einfach so gut wie nie zuhause, meine Katze lebt praktisch bei meiner Oma, meine Wohnung verwildert und meine Augenbrauen sehen aus wie die von Rübezahl.

Wir stemmen gerade ein Riesenprojekt, über das ich euch gerne in Kürze mehr erzähle. Aber mein ältestes, liebstes und meist vernachlässigtes Projekt muss aus genau diesem Grund noch etwas auf meine Aufmerksamkeit warten.

Allen die hier mitlesen wünsche ich jetzt noch einen schönen Nikolaustag und eine wunderbare Vorweihnachtszeit.

Fängt ja schon mal gut an…

Heute ist ein blöder Tag. Woher ich das um halb zehn schon weiß?
Ich weiß es einfach, wusste es schon beim Aufstehen.

Brav ging ich gestern relativ früh zu Bett, da ich in den vorhergehenden Nächten viel zu wenig geschlafen hatte. Und ich schlief den Schlaf der Gerechten. Bis der Wecker klingelte. Mir mitten durch den Traum schnitt. Es war ein langer Traum gewesen, mit einer langen Reise und schweren Entscheidungen. Ganz am Ende des Traumes angekommen streckte ich die Hand nach dem aus, was ich die ganze langen Traum über gesucht und verfolgt hatte.

Es klingelte, ich wachte auf und war tief enttäuscht.

Ein paar Sekunden lang wusste ich noch, was mir da gerade entgangen war, dann vergas ich es. Die damit verbundenen Gefühle blieben: Ernüchterung und Enttäuschung.

Mit diesen Emotionen begann ich also heute meinen Tag.

Wenig begeistert beschloss ich nach dem Duschen mir heute einen leckeren Milchkaffee mit Zimt mit auf die Arbeit zu nehmen. Doch dann fiel mir ein: Die Milch ist aus! Da ich gestern noch Kondensmilch und Würfelzucker fürs Büro besorgt hatte, wäre mein Rucksack einfach zu schwer geworden, hätte ich noch nen Liter Milch dazugepackt.

Scheiße, aber echt hey!

Als ich irgendwann den Blick auf die Uhr wagte stellte ich fest, dass ich schon viel zu spät dran war. Die Demotivation zum Aufwachen hat wohl meine Morgenrituale verlangsamt.

Also floh ich ungeschminkt und mit leidlich getrockneten Haaren aus meiner Wohnung.

In der Nacht hatte es geregnet, das Fahrrad stand natürlich draußen und entsprechend war der Sattel schön klebrig feucht. Fein!

Ich fuhr also los und irgendwie sagte mein innerer Kompass, dass alles nicht so richtig passt. Das Wetter zu feucht, der Gürtel zu eng, die Haare sahen aus wie ein Vogelnest.

Eins war klar: Ich brauchte einen Kaffee.

Also besorgte ich mir beim Dealer meines Vertrauens einen schönen großen Latte Macchiato…nur, um ihn 15 Meter weiter vor die Füße einer netten Frau zu werfen, die im gleichen Bürogebäude wie ich arbeitet.

Verdammt!

Der Kaffee-Dealer war so freundlich sein Putzgerät zur Verfügung zu stellen und wischte schließlich sogar meine Sauerei auf. Ich dankte es ihm, indem ich ihm zu mehr Umsatz verhalf und einen 2. Kaffee kaufte.

Jetzt, nach dem Kaffee geht es mir besser.

Doch die Frage bleibt: Was war zuerst, Huhn oder Ei, das schlechte Gefühl, oder das Pech?
Da fällt mir auf, Pech ist gar nicht der richtige Ausdruck. Immerhin hab ICH keine Milch besorgt. ICH hab mein Fahrrad nicht im Fahrradkeller geparkt. ICH hab meinen Kaffee runtergeschmissen.

Herzlichen Dank Hirn, für diesen tollen Start in den Mittwoch.

Kann ja nur besser werden…