Was ist Liebe?

Gibt es die wahre Liebe?

Wie liebt man richtig?

Ist Liebe gefährlich?

Die Antworten auf diese Fragen hat Arte Street Philosophy gesucht und gefunden.

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Fragment meiner Gedanken in viel zu vielen Worten (XII: Up and down the hill)

Da ist es wieder. Mein Auf und Ab. Vermisst habe ich es nicht. Nach mehr als drei Monaten emotionaler Stabilität, nach diesem Wahnsinns-Sommer und nach drei wunderbaren Wochen Urlaub dachte ich: Läuft bei mir.

Und ich begann mich daran zu gewöhnen. An die Abwesenheit des Dramas. An das Gefühl von Sicherheit. (Habe ich erwähnt, dass die neue Liebe wie ein konstantes Aufatmen ist?) Und jetzt? Jetzt gerade ich ins Stolpern. For no reason at all. Ich fühle mich überfordert, müde und will einfach meine Ruhe.

Ich versuche mir die Zeit zu nehmen, die ich brauche. Bleibe auch mal zuhause, sage mal was ab. Aber vor der Tür steht immer das Leben und sagt: Weiter jetzt! Wir wollten doch noch das und das und das machen. Ich will ja auch nix verpassen. Im den letzten zwei Jahren habe ich so viel verpasst. Im letzten halben Jahr habe ich an so vieles wieder angeknüpft.

Was soll ich denn machen? Ich habe langsam Angst, dass ich nie zufrieden sein werde mit dem, was ich habe. Dass ich immer auf der Suche sein werde nach ein bisschen mehr, nach dem, was die Unruhe stillt und die Energie drinnen hält. Ich habe das Gefühl, ich würde etwas verpassen, will so viel. Und aus irgendeinem Grund fehlt mir die Kraft dafür. Es fehlt mir sogar die Kraft das ordentlich zu reflektieren und festzustellen, was denn nun eigentlich ins Rutschen geraten ist. Ich sitze 5 Stunden in meinem Wohnzimmer und lasse mich beflimmern. Wenn das Rauschen abschalte, werde ich unruhig, genervt und fühle mich gelangweilt. Doch die Unruhe ist nicht hinreichend, mich zu Unternehmungen zu motivieren.

Ich fürchte ich kenne das, was gerade mit mir passiert. Ich nenne es mein großes, böses „BÄH“ und ich kann spüren, wie es mir die Tränen hinter die Augäpfel drückt und wie es meine Mundwinkel nach unten zieht und wie es weinerlich in mir sagt: Lasst mich doch alle mal für ein halbes Jahr in Ruhe.

Ich hoffe es ist nur der Herbst. Und ich hoffe, dass ich es aus mir heraus schwimmen kann. Mit frischer Luft, mit Sozialkontakten, mit Sport und wenn es sein muss mit Solarium. Aber gerade habe ich die Hosen voll!

Ich will auch niemandem vormachen, dass ich mich anders fühle, als ich es tu. Und doch fake ich Frohsinn und Aufgewecktheit und Interesse für das Leben der Anderen. Weil man es von mir erwartet…auf der Arbeit auf jeden Fall. Im Privatleben vielleicht nicht so sehr. Und dennoch fühle ich, es müsste so sein. Und das macht mich wütend, genervt von meinem Umfeld. Dabei ist es doch gar nicht deren Schuld! Und doch gebe ich sie ihnen. Das macht mich natürlich nicht sehr umgänglich. Und so bin ich ständig dabei mich zu entschuldigen, obwohl ich mir doch große Mühe gebe, eine gute Gesellschaft zu sein.

Seit ungefähr einer Woche brüte ich auf diesen Gedanken. Schon seit Tagen drücke ich mich darum herum etwas zu schreiben. Weil ich müde bin und traurig und wütend. Weil ich diesen Text in meinem Leben in hundert Versionen bereits geschrieben habe. Weil ich es Leid bin. Ich bin es Leid und ich kriege es einfach nicht aus meinem Organismus. Und doch…und doch muss ich diesen Text schreiben. Muss ich diese Worte aus mir heraus kotzen, weil ich vorher nicht an all die anderen herankomme, die vielleicht untendrunter vergraben liegen.

Ich kotze mich an, weil ich das Gefühl habe, ich verschwende wertvolle Lebenszeit. Und doch kann ich nicht anders.

What the fuck is wrong with me?

Nichts. Absolut Fucking gar nichts läuft gerade so richtig schlecht in meinem Leben. Und doch fühle ich mich, als hätte mich jemand rausgerissen aus meiner Haut und mich schief wieder hineingesetzt.

I’m tired of bullshitting myself. Aber es scheint, als wäre genau das der Teil meines Selbst, den ich noch lernen muss zu akzeptieren.

Liebes Bäh, ich habe es geschafft das traurige Mädchen zu akzeptieren. Dich hatte ich darüber fast vergessen. Vielleicht werden wir keine Freunde. Und doch: Ich bin mir noch nicht sicher wie, aber ich bin optimistisch, dass du und ich noch lernen miteinander auszukommen. Die erste Frage die ich dazu beantworten müsste: Wie kann ich mit dir umgehen, ohne gegen dich zu kämpfen?

Was ich weiß ist dies:
All das diente irgendwann einem Zweck, der gut für mich war.
Widerstand erzeugt Gegenwehr.

Also ist Krieg hier keine wirkliche Option. Doch was ist dann eine?

Die unerträgliche Leichtigkeit der Dinge

Eigentlich ist es doch ganz leicht.
Soll es aber gar nicht sein.

Es tut so weh, dass ich weiß:
Das mit dem zerbrechenden Herzen ist mehr, als eine Metapher.
Ich kann es fühlen, wie das Licht meiner hellen Freude verschüttet wird von der Schlammlawine, die von diesem krampfhaft pulsierenden Klumpen Fleisch abgeht.
Sie fällt, fließt, deckt alles zu
und
kurz ist Frieden.

Im Frieden sehe ich einen Weg
und das Licht ist immernoch da
irgendwo unter dem Dreck.

Wenn das Geröll zu liegen kommt
und der trocknende Schlick Risse bekommt,
die aufbrechen,
habe ich Land unter den Füßen.

Ich sehe den Weg
und könnte ihn gehen.

Ich bleibe wo ich bin
und knibbele an den halb geschlossenen Wunden
in meinem Herzen herum,
um herauszufinden,
ob ich noch etwas von der kühlen Verzweiflung finde.

Vor mir liegt ein Weg
und ich gehe ihn nicht,
ohne sagen zu können, warum ich den den Schmerz durch meine Finger rinnen lassen muss.

Er ist zu groß,
um ihn einfach loszulassen.
Das hier ist zu wichtig.
Zu wichtig, um unbetrauert in die Schatten der Vergangenheit hinabzusinken.

Noch habe ich nicht jeden Moment geschätzt,
noch nicht jedes Gefühl gewogen,
noch nicht alles gelernt.
Noch nicht
noch nicht
noch nicht.

Ich stehe auf dem Weg
und das woran ich mich klammere,
ist die Vergangenheit
und vor mir liegt die Zunkunft

Dann kommt jemand, löst meine Finger und sagt:
Vor dir ist das Licht,
unter dir tragen dich deine Beine,
zwischen deinen Finger ist nichts.

Du hast gelernt,
dass niemand und nichts dein Licht auslöscht.
dass du liebst, auch wenn es gefährlich ist.
Du hast gelernt zu gehen, wenn du es musst.

Dieser Schmerz ist zu schwer, um ihn weiter festzuhalten.

Hier stehe ich nun, mit nichts in den Händen
und der Gewissheit im Herzen, dass ich nur im Tod stillstehen kann
und dann greife ich in die kaum verheilten Wunden in meinem Herzen
und reiß daran herum.

Es ist noch nicht so weit.
Das hier ist zu groß.
Das hier muss noch bluten.

Obwohl der Weg zurück unter dem Druck der Realität weggebrochen ist,
obwohl ich sehe, wie sich der Nebel der Vergangenheit sammelt,
sage ich nein.

Es ist nocht nicht so weit.
Ich weiß jetzt, wer ich nicht mehr bin.
Ich weiß nocht nicht, wer ich sein soll ohne diesen Schmerz.

Vielleicht
bin ich dann gar nichts
wo ich doch immer nur eins war
und der Schmerz ein Teil davon.