Sonntagsfrage Nr. 13

Wie du weißt, bin ich Mit-Administratorin einer Feminismus-Gruppe auf Facebook. Immer wieder versuchen überwiegend männliche Profile, die Gruppe mit antifeministischen Beiträgen zu trollen. Unter Anderem wird gerne mal übers Gender Mainstreaming hergezogen, dass dann als irrationale und faschistische Theorie bezeichnet wird, der es darum geht das Denken und Leben aller Menschen mit illegitimen Mitteln zu beeinflussen.

Die schwierige Frage: Wie würdest du einem:r Nichfeministen:in den Unterschied zwischen Sex und Gender und die Bedeutung von Gender-Mainstreaming in möglichst wenigen einfachen Worten erklären? (Ja, ich weiß…sorry. Aber ich werde versuchen die Frage auch zu beantworten 😉 )

*Tempest und ich haben uns überlegt, uns eine Art regelmäßiges Stöckchen zuzuwerfen. Jeden Sonntag stellen wir uns gegenseitig eine Frage als Blogimpuls, deren Beantwortung aber auch gerne kurz und knackig ausfallen darf.

Mitleser:innen sind herzlich eingeladen die Sonntagsfrage(n) ebenfalls zu beantworten. Entweder in den Kommentaren oder auf ihren eigenen Blogs. Dann würden wir uns sehr über eine Verlinkung freuen.

Sonntagsfrage Nr. 12

Heute wird es ein bisschen persönlicher. Wenn ich es ganz kurz zusammenfassen müsste, würde ich behaupten, meine Familie besteht aus tendenziell dysfunktionalen Menschen. Ich glaube inzwischen, das ist normal. Meiner Erfahrung nach sind die Menschen, bei denen scheinbar alles glatt läuft einfach die, die ihren Shit am tiefsten vergraben.

Das tolle an unserer Dysfunktionalität ist, dass jeder weiß, was der jeweils andere falsch macht und ihm erklären kann, wie er es machen müsste, um es richtig zu machen. Und das tun wir dann auch. Unheimlich gerne reden wir erstmal übereinander, bevor wir miteinander reden. (Was wir aber glücklicherweise an irgendeinem Punkt immer schaffen.) Das Einmischen und sich umeinander Sorgen geht so weit, dass mein 29-jähriger Bruder nun seit über einem Jahr mietfrei vorübergehend bei meiner Mutter lebt und sie, da sie jetzt umziehen muss, erwägt mit ihm eine WG zu bilden.

Jetzt zu meiner Frage: Ist das noch normal? Nein Quatsch…Aber: natürlich sorgen sich Familien umeinander. Aber wie viel Fürsorge und Einmischung sind normal und gesund?

*Tempest und ich haben uns überlegt, uns eine Art regelmäßiges Stöckchen zuzuwerfen. Jeden Sonntag stellen wir uns gegenseitig eine Frage als Blogimpuls, deren Beantwortung aber auch gerne kurz und knackig ausfallen darf.

Mitleser:innen sind herzlich eingeladen die Sonntagsfrage(n) ebenfalls zu beantworten. Entweder in den Kommentaren oder auf ihren eigenen Blogs. Dann würden wir uns sehr über eine Verlinkung freuen.

Antwort auf Sonntagsfrage Nr. 12

Tempest wollte von mir wissen, wie es bei mir ausschaut mit Prokrastination oder Aufschieberitis. Wie man daran erkennen kann, wie lange es gedauert hat bis ich auf diese Frage geantwortet habe: Schlimm ist das, ganz schlimm und mit unangenehmen Folgen.

Ich hab das Gefühl, dass ich oft weniger Energie habe, als viele Menschen die ich kenne. Beziehungsweise muss ich halt mit meiner Energie sehr sorgfältig haushalten. Liegt vielleicht daran, dass die Welt in der wir leben, die Extrovertierten begünstigt und die Introvertrierten unter Druck setzt extrovertierter zu sein. Das führt dann dazu, dass ich mir Belastungen versuche einzuteilen. Die lassen sich aber nicht immer einteilen und so entstehen immer wieder größere Hauen an zu bewältigenden Aufgaben. Während des Semesters zum Beispiel bin ich immer gut ausgelastet mit der Herausforderung Studium, Arbeit, Sozialleben und Pflichten des erwachsenen Menschen unter einen Hut zu bringen.

Ein frühzeitiges Anfangen mit Seminararbeiten, Referaten oder Ähnlichem ist dann für mich nicht wirklich drin. Also stehe ich dann, am Ende der Vorlesungszeit da und habe das Problem, dass mehrere Hausarbeiten in 2-3 Wochen fertig sein müssen, während ich mich vielleicht noch auf eine Prüfung vorbereiten muss. Und wenn dann noch oben drauf kommt, dass ich das ganze dann immer wieder aufschiebe, wird es eigentlich jedes Semester echt kritisch. Das ist jedes Mal eine üble Belastungsprobe. Aber es ist halt auch echt schwer sich in die Arbeit zu stürzen, wenn der Berg so riesig erscheint und das Semester an sich auch schon so anstrengend war.

Also, wie du bereits wusstest: Ja, das Aufschieben ist auch bei mir ein riesen Problem. Das Durchziehen dann nicht mehr, denn wenn es erst mal läuft, dann läuft es relativ smooth. Einfach ist dass dann nicht, aber die Herausforderung weckt dann meinen Ehrgeiz. Was ich zum anfangen brauche, weiß ich immer noch nicht genau. Irgendwann lege ich dann einfach los. Vielleicht hat es etwas mit dem Druck zu tun, da bin ich mir nicht so ganz sicher. Ich schaffe es aber (bis auf wenige Ausnahmen) immer, den Anfangszeitpunkt genau so zu legen, dass ich immer ne Punktlandung hinlege.

Vor und nach jeder neuen Aufgabe, die termingerecht fertig werden muss, auch im Privatleben, nehme ich mir vor diesmal frühzeitig anzufangen. Aber jedes Mal ist es dann so, dass ich vom Alltag so in Anspruch genommen bin, dass ich mich den Zusatzaufgaben so spät wie möglich stelle, um zwischendurch auch ab und zu mal durchatmen zu können, weil das so wichtig für mich ist. Dann habe ich das Gefühl ich verschwende meine Zeit und der Berg wird immer größer. Es ist ein Teufelskreis von dem ich nicht genau weiß, wie ich daraus ausbrechen kann…