Wer hat an der Uhr gedreht

Ist es wirklich schon so spät?

Für heute hatte ich versprochen euch die Geschichte zu liefern, wie ich mein Handy aus dem Fenster geworfen hab. Daraus wird leider nichts. Weil die Zeit mir mal wieder davon rennt, wie dem weißen Kaninchen aus Alice im Wunderland.

Dabei hatte ich einen wasserfesten Plan. Ich bin total früh (ehrlich, ich hab nur 7 Stunden geschlafen) um kurz nach 9 aufgestanden, weil ich vorhatte noch eine Runde schwimmen zu gehen.

Ich frühstückte gemütlich und war bereit auszufliegen, da wachte F. auf und irgendwie wurde die Gravitation rund ums Bett plötzlich unwiderstehlich. Etwas später als ideal gewesen wäre, kam ich zum Main, zu meinem Sonnenbad und zu ein paar halbherzig sportlichen Schwimmrunden. Glücklicherweise hatte ich meine Uhr zuhause vergessen und spürte bei meinem kleinen Ausflug in den Urlaub keinerlei Zeitdruck.

Auch als ich wieder nachhause kam passte noch alles, zeitlich betrachtet. Woran ich nicht gedacht hatte war, dass man ja auch mal Hunger bekommt, wenn man sich mit Wasserspielen die Zeit vertreibt. Also musste flugs noch ein leichtes Mittagessen her. Dann musste ich meiner Familie in unserer Whatsapp-Gruppe noch dringen ein Foto von dem Tomatenkern schicken, der in der geschlossenen Frucht begonnen hatte auszutreiben, woraus sich ein ausführliches Gespräch (über geplanten Nachwuchs und wer von uns eigentlich am verrücktesten sei) ergab. Dann musste ich noch duschen, die Wäsche aufhängen, die Haare kämmen, meine Sachen packen und in 13 Minuten sind wir zum Pen&Paper verabredet.

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Dieser Text wird von mir nicht mehr auf Rechtschreibung und Grammatik überprüft.

Ich wünsche euch einen wunderbaren Sonntag und hoffe ihr findet wenigstens mal 10 Minuten, um euch die Sonne auf die Zehen scheinen zu lassen.

Leben ist gut.

Sonntagsfrage Nr. 4

Also jetzt hatte ich ja eine Woche Zeit, um über diese Frage nachzudenken. Eine bessere Antwort, als letzten Sonntag habe ich trotzdem nicht.

Ich habe nicht DAS Traumreiseziel. Ich habe mindestens ein Dutzend Reiseziele, von denen ich träume. Wenn es möglich ist, möchte ich nächstes Jahr gerne nach Schottland reisen. Ich habe schon so einiges über die schottische Kultur und das Land gelesen und erfahren und würde mir das jetzt gerne in der Realität ansehen. Am interessantesten finde ich es herauszufinden, wie der Kontrast zwischen Stadt- und Landleben ausschaut. Natürlich möchte ich die Highlands besuchen und ich bin unheimlich gespannt, wie gut ich das schottische Englisch tatsächlich verstehen werde. Es ist so eine charmante Varietät und klingt in meinen Ohren einfach wahnsinnig sympathisch.

Wenn Geld keine Rolle spielte, würde ich mir exotischere Reiseziele aussuchen. Jetzt, im Winter, natürlich gerne etwas in wärmeren Gefilden. Spontan kam mir, und kommt mir, da immer wieder Thailand in den Sinn. Meer und Palmen, tropisches Klima, verboten süße, reife Früchte, Fischgerichte, scharfe Gewürze und Menschen, die unter ganz anderen Bedingungen leben, als wir hier in gemäßigten Klima.

Also wie gesagt: Das Traumreiseziel gibt es nicht. Wenn ich gezwungen wäre, dann würde ich sagen: Die Welt. Ich will gerne nach Chile, nach Indien, in die USA, in die Alpen, nach Island, nach Irland, nach Jamaika, nach Bulgarien, nach Bosnien, nach …ne wirklich, eigentlich fast überall hin. Ich würde gerne die ganze Welt und all ihre Menschen, Gerichte, Kulturen, Lebenswelten, Umwelten, Sprachen … kennen lernen.

Tempest

[Nebenbei in eigener Sache: Beitrag Nr. 900!]

Nyx und ich haben uns überlegt, uns eine Art regelmäßiges Stöckchen zuzuwerfen. Jeden Sonntag stellen wir uns gegenseitig eine Frage als Blogimpuls, deren Beantwortung aber auch gerne kurz und knackig ausfallen darf.

Mitleser:innen sind herzlich eingeladen die Sonntagsfrage(n) ebenfalls zu beantworten. Entweder in den Kommentaren oder auf ihren eigenen Blogs. Dann würden wir uns sehr über eine Verlinkung freuen.

Heute mal eine nicht so kreative Frage (ok, es sind eigentlich 3 Fragen, aber sonst wäre es ZU simpel):

Hast du ein Traumreiseziel? Wenn ja, welches und warum?

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Zweigenerationenhaus

Da ich ziemlich holtertipolter und praktisch mitten in der Nacht bei M. ausgezogen bin und auch ziemlich arm bin, hatte ich im März ein kleines Problem Namens „Wohnungssuche“. Da ich aber eine wirklich hilfsbereite Familie habe war dieses Problem ganz schnell behoben. Ich zog in die freie Wohnung im Haus meiner Oma. Miete zahle ich da keine, sondern lediglich Strom, Heizung und sonstige Nebenkosten.

Ich wohne jetzt in der ersten Wohnung, die meine Eltern zusammen bezogen hatten. Hier habe ich die ersten sechs Jahre meines Lebens verbracht. Es ist schon spannend, wie man nach und nach erkennt, dass das Leben sich tatsächlich in der Form einer Spirale entwickelt. Also…meines jedenfalls…

Nun, meine Oma ist sehr froh, dass sie nicht mehr allein in dem großen Haus wohnt. Und ich bin sehr froh, dass ich meine Oma jetzt häufig sehe. Und meine Tante ist sehr froh, dass meine Oma nicht mehr allein in dem großen Haus wohnt. Und ich bin sehr froh, dass ich meine Tante jetzt häufig sehe.

Aber natürlich sehe ich meine Oma jetzt ein bisschen ZU häufig. Sie steht mindestens zwei mal am Tag bei mir in der Tür und freut sich mir etwas zu erzählen. Oder etwas anzubieten.

„Mogst widder än grüane Solod?“ „Nein Oma, ich hab noch den von gestern.“ „Host na nid gessa? Der wird doch welch.“

„Zucchini hämma fei anno!“ „Ja, vielleicht mach ich heut Abend was mit Zucchini.“ „Süst koch ich a Suppn.“

„I hab höid Zucchinisuppa kocht. Wennst nix willst frier i se halt ei.“

Ich weiß nicht, wann ich das letze Mal Gemüse kaufen musste. Wächst ja alles im Garten. Zucchini, Tomaten, Salat, Lauch. Ein Paradies. Und Gegenleistungen werden keine erwartet. Also irgendwie…aber das ist ein anderes Thema.

Es gibt ein klitzekleines Problem. Und das sind nicht unbedingt die drölf Mal, die meine Oma tagtäglich an meiner Tür klopft. Das Problem ist, dass Oma so ziemlich stocktaub ist. Und ich von Natur aus leise rede. Meine Oma redet fränkische mundart. Und ich durch meine Arbeit und Ausbildung hochdeutsch. Meine Oma redet gerne über Leute, die ich vor ca. 25 Jahren mal kennengelernt habe. Und ich ganz gerne über die diversen kleinen Verrücktheiten, die mir so durch den Kopf gehen.

Kurz: Ich muss Oma immerzu anschrein.

Und vor allem muss ich häufig mehrmals das Gleiche schreien. Denn Hochdeutsch versteht sie nicht ganz so gut wie Fränkisch. Und selbst wenn ich glaube ich schreie sie an rede ich scheinbar immernoch relativ leise für ihr Verständnis. Und meine Gedankengänge kann sie oft nicht nachvollziehen. Darum kann sie auch nicht erraten, was ich ihr sage.

„Magst du das mal probieren? Das ist Kürbis-Pie!“

„Wos? Da hast Kürbis nei?“

„Ja, das ist PIE! Das ist so eine Art Kuchen!“

„An Kuchä host da? Und da host Kürbis nei?“

„Ja, da ist Kürbis drin. Das ist ein KÜRBIS-PIE!“

„Des is jetzt a Kürbis Kuchä?“

*räusper*

„SO ÄHNLICH! DES IS A MÜRBTEIG! MIT NER FÜLLUNG! DIE IST AUS KÜRBIS! WILLST ES PROBIERN?!“

„Ah ja. Na, heut nimmer. Ich mach nachher Brotzeit.“

*schnauf*

„OK. NIMMST DER HALT MOICHN WAS. ZUM KAFFEE. ICH STELL NE IN DIE SPEIS.“

„I konn na ja moichn zum Kaffee probier. Stellst na nei die Speis.“

Ich hab ihr heute ein Stükchen von dem Pie hoch gebracht. Sie fand ihn sehr lecker. Viel besser jedenfalls als den Kürbis-Brotaufstrich, den ich ihr neulich aufgedrängt habe.