No-Poo Update

Wie sich herausstellte war die Natron-Wäsche nichts für meine zarte Kopfhaut. Oder nichts für mich, mit meinen Wischi-Waschi-Mischungen. Eine Feinwaage ließ sich halt nicht einfach mal eben auftreiben.

Da meine Shampoo-Reste nach einem Mal Waschen sämtlichst aufgebraucht waren, musste eine Alternative her. Ich habe WIRKLICH keine Lust mehr x Produkte in Plastikflaschen zu kaufen. Nicht, so lange ich noch nicht alles ausprobiert habe, was sonst so möglich ist.

Das nächste Haarwasch-Produkt entstand aus einer etwas abwegigen Idee. Ich habe in letzter Zeit häufiger davon gelesen, dass man mit Kastanien waschen kann. Also… Wäsche waschen kann.

Dazu muss man die Kastanien nur zerkleinern, mit Wasser aufgießen, ein paar Stunden warten und voilá. In den Kastanien sind, wie bei indischen Waschnüssen, Saponine enthalten, die für Schaumbildung sorgen und reinigende Wirkung haben. Wie genau sie reinigen kann ich gerade nicht sagen. Aber für meinen Beitrag zum Thema „Wäsche Waschen mit Kastanien“ werde ich recherchieren und kann dann etwas mehr dazu sagen.

Ich dachte so: Wenn dieser Sud die Proteine, die die Wäsche verschmutzen lösen kann, dann löst er vielleicht auch die Proteine, die mein Haar verschmutzen.

Also goss ich mir Kastanienwasser über die Haare. Ich kann euch sagen: Ich liebte es. Für ziemlich genau 15 Minuten. Ich goss mir das abgesiebte Wasser von den Kastanien über mein Haupt, massierte es gründlich in die Kopfhaut, ließ er kurz einwirken und spülte dann mit klarem Wasser nach. Danach, wie immer, Essigwasser als Conditioner. Was soll ich sagen: Meine Haare fühlten sich TOLL an. Weich und glatt zugleich. Doch dann begann ich sie zu föhnen. Und sie waren noch genauso fettig wie zuvor.

Ein Satz mit X: Das war wohl nix.

Ich denke, dass das Kastanienwasser einfach zu flüssig und die Saponinkonzentration zu niedrig ist, um damit Haare zu waschen. Auch wenn man es einwirken lässt bleibt nicht genug an den Haaren hängen, dass es damit sauber wird.

Also: Kastanien sind nix zum Haarewaschen.

Als nächstes versuchte ich es mit dem Tipp von Sweetkoffie: Kernseife.

Was ich dazu las ermutigte mich zunächst nicht: Die Haare sollen sauber werden und herrlich griffig. Ein tolles Volumen ließe sich damit erzeugen. Besonders geeignet sei die Wäsche für Haare mit Dreadlocks, denn die hielten dann besser.

Mein Haar lässt sich schon seit immer richtig schlecht durchkämmen. Und Volumen habe ich auch genug. Ich dachte, das kann gar nichts werden. Aber ich hatte keine Wahl. Shampoo war alle und ich musste zur Arbeit. Deshalb probierte ich es aus.

Mit was werdet ihr jetzt nicht glauben: Ich benutzte die alte DB-Kernseife, die noch aus der Zeit stammte, wo mein Opa bei der Deutschen Bahn war. Ich war einfach verzweifelt. Und dann richtig überrascht.

Das Waschen klappte super. Die Seife schäumte toll auf, ich wusste also, dass ich den kompletten Haaransatz gut erwischt hatte. Nach dem Auswaschen waren die Haare dann auch total verworren und ich hätte sie nicht mit den Fingern durchkämmen können. Das versuchte ich aber auch gar nicht ernsthaft, sondern spülte mit meiner Essig-Mischung nach.

Und siehe da: Sie wurden wieder kontrollierbar.

Nach jetzt 3 oder 4 Haarwäschen mit Seife bin ich relativ begeistert. Die Haare werden super sauber und glänzen ganz wunderbar. Mit Essig-Conditioner werden sie dann auch wieder gut kämmbar. Allerdings nicht so, als hätte ich sie mit regulärem Shampoo und Spülung gewaschen.

Macht aber nix. So wie es gerade ist bin ich zufrieden. Ich denke ich werde mir demnächst mal spezifisch Seife fürs Haar oder eine spezielle Kernseife zulegen. Damit wird das Ergebnis dann bestimmt sehr zufriedenstellend.

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No-Poo Tag 10

Tag 8 ohne Waschen lief glatt. Ich wusch meine Haare unter der Dusche nochmal mit klarem Wasser aus und das wars. Gestern waren sie dann ein bisschen klebrig und strähnig. Aber ich musste nichts machen außer kräftig bürsten und konnte mit Zopf auf die Arbeit gehen.

Gestern Abend und auch heute wurde wieder „mechanisch“ gepflegt. Also Kopf nach unten und bürstenbürstenbürsten. Der Effekt den das heute hatte war der, dass ich vom Ansatz bis zur Spitze wunderbar fettiges Haar hatte. Brrr…nicht so geil. Allerdings bemerkte ich wieder, dass es nach dem Bürsten nicht mehr muffig riecht, sondern ganz sauber. Es sieht auch nicht bäh aus, obwohl es so strähnig ist, denn man kann sehen, dass die Kopfhaut sauber ist.

Wet Look

Allerdings musste ich heute noch einkaufen und deshalb wurde wieder gepudert.

Danach sah es so aus:

Puderlook

Und so zusammengebunden: Nicht ideal, aber ausgehfähig.

KniKnaKnoten

Gerade hab ich mir Kokosmilch ins untere Haardrittel einmassiert, da ich das noch vom Kochen übrig hatte. Ich habe jetzt schon mehrmals gelesen, Kokosmilch und -öl seien der perfekte Ersatz für Spülung. Und da ich morgen früh unterwegs bin und heute eh noch Haare waschen muss schadet es nicht, das mal auszuprobieren.

Ah, fast hätte ich es vergessen. Solange der Ansatz noch so stark fettet sollte ich die Haare nicht offen tragen. Ich merke gerade, dass ich im Nackenbereich Pickelchen bekomme und ich vermute, dass die durch das Fett aus dem Haar entstehen. Habe jetzt ein bisschen Teebaumöl aufgetragen. Hoffe das hilft…

No-Poo-Experiment, Tag 1 (Nein, es ist nicht so, wie es klingt)

Ich plane es schon länger, mein neues Experiment. Wer mich kennt weiß: Die Nyx, die muss immer mal wieder was verrücktes ausprobieren, dass sie sich in den Kopf gesetzt hat.

Einst war ich für zwei Jahre Vegetarierin.

Zwischenzeitlich backte ich mein Brot für mehrere Monate selbst.

Manchmal mahle ich das Kaffepulver für meinen morgentlichen Café Latte jeden Tag mit einer Handmühle.

Vor Kurzem habe ich angefangen Sirup und Likör selbst herzustellen.

Diesmal beginne ich ein neues Leben. Ein Leben ohne Shampoo.

Es nervt micht, dass ich alle zwei Tage meine Haare waschen muss. Tierisch. Da führt auch kein Weg drumrum. Ich kann das Haarewaschen auf drei bis vier Tage hinausschieben, wenn ich am Wochenende einfach zuhause bleibe. Genau. Ich bleibe drin, weil ich mir dann die Haare nicht waschen muss. Nur deswegen. Nicht etwa, weil ich mal Bock hab mehrere Tage lang niemanden zu sehen und nur TV zu glotzen, zu lesen oder am PC zu zocken. Niemals.

Da ich allerdings auch in meiner ganz privaten „Höhlenzeit“ gerne gut lebe muss ich dann halt manchmal doch vor die Tür. Um Brötchen zu holen Beispielsweise. Oder weil mein Körper sich zu Wort meldet und auch gepflegt werden will. Der verlangt dann danach bewegt zu werden. Das heißt meistens Rad fahren.

Dann mache ich einen engen Zopf oder trage ein Haarband. Oder ich benutze Babypuder. Richtig gehört: Ich hau mir Puder auf meine Kopfhaut um meine Haare nicht waschen zu müssen.

Warum man sowas macht?

Weil es nervt. Je häufiger ich meine Haare wasche, desto schneller werden sie fettig. Da kommt dann irgendwann der Punkt, wo ich eigentlich jeden Tag waschen müsste. Und dann muss ich zwischendurch etwas unternehmen um diesen Prozess aufzuhalten. Eben mal ein paar Tage, trotz Fettfrisur, nicht waschen.

Weil ich keine Ahnung habe, was ich mir bei industriell gefertigten Shampoos so in die Haare schmiere. Habt ihr euch schon mal die Zutatenliste auf einer Shampoo-Flasche durchgelesen? Inzwischen weiß ja fast jeder, dass sich Silikone und Parabene an die Haare anlagern und das Haar somit nicht pflegen sondern „zukleistern“ und geradezu abhängig machen. Aber das andere Zeug, was da drin ist? Keine Ahnung was das so ist. Konservierungsmittel? Parfums? Emulgatoren? Farbstoffe? Pflegestoffe? ICH weiß es nicht. Und ich will mich auch nicht damit befassen.

Ich merke eben nur, dass ich mein Haar mehr und mehr pflegen muss. Und ich merke, dass es mich ankotzt, wenn die Shampoo-Marke XY mir 90% Haarreperatur verspricht. Ja wie soll das denn gehen? Klebt das Shampoo die gespaltenen Spitzen wieder zusammen? Ich will nicht so dreist angelogen werden!

Ich habe jetzt seit ca. einem Jahr fast nur noch Bio-Shampoos verwendet. Eben ohne Silikone und Parabene. Ich fand meine Haare wurden davon besser. Aber trotzdem weiß ich nicht, was sonst so drin ist und ob ich das brauche und ob das mir oder der Umwelt überhaupt gut tut. Und ich falle weiterhin auf die Propagande der Pflegeindustrie rein, gebe weiterhin zu viel Geld aus, produiere weiterhin jede Menge Müll. Obwohl ich seit zwei Jahren meine Haare nicht mehr färbe muss ich trotzdem weiterhin „dazu pflegen“. Das heißt immer Spülung verwenden, weil ich sonst mit der Bürste nicht durchkomme und regelmäßig eine Kur auftragen.

Fazit: Ich hab die Nase voll!

Und deshalb wasche ich seit heute meine Haare erst mal nur mit Essig und Natron oder Backpulver. Und vielleicht irgendwann mal für mehrere Wochen gar nicht. Was weiß ich. Wir werden sehen 🙂

Auf jeden Fall bin ich im Moment äußerst zufrieden mit meinem Ergebnis: Die Haare sind weich, glänzen und der fettige Ansatz ist weg.