Happy-Pills

Manchmal bin ich einfach unzufrieden. Unzufrieden mit mir und der Welt. Und dann mache ich mir unzufriedene Gedanken.

Dann finde ich Menschen scheiße*. Nicht bestimmte Personen, alle Menschen! Alle erscheinen mir falsch und eitel und niemand ist zu ertragen. Meistens dauert es eine Weile bis mir auffällt: Nicht andere Menschen sind scheiße, ich bin gerade nicht zu ertragen.

Ich kann nicht aufhören mich zu fragen, ob das ewig so weiter geht.

Gleichzeitig fliegt mir ein Gedanke wie ein Boomerang immer wieder um die Ohren:  Warum muss das so sein?

Wenn ich mich mies fühle, warum darf ich es dann nicht einfach zeigen? Wenn ich keine Kraft habe, warum darf ich dann nicht auch mal kürzer treten? Wir fragen uns allen Ernstes, warum immer mehr Menschen an Symptomen von Burn-Out leiden oder Depressionen bekommen?

Ich frage mich das nicht, ich bin mir ziemlich darüber im Klaren, woran das liegt.

Es liegt an der Happy- und Leistungs-Gesellschaft.

Traurig ist nicht erwünscht. Wütend ist nicht Gesellschaftskompatibel. Depression ist nicht attraktiv.

Aber hey, ein Problem ist das auch nicht.

Wenn du Kopfschmerzen hast, schmeiß dir ne Pille ein.

Wenn du nicht gesund bleibst, weil du vor lauter Arbeit nicht in die frische Luft, zum Sport oder gar in die Sonne kommst, schmeiß dir ne Pille ein.

Wenn du nicht gut drauf bis, schmeiß dir ne Pille ein.

Wenn du nicht schlafen kannst, weil das was du am Tag verdrängt hast, um den Anforderungen gerecht zu werden zurück kommt, schmeiß dir ne Pille ein.

Wenn du nicht ruhig sitzen kannst vor Anspannung und einfach gern mal schreiend im Dreieck springen würdest, geh saufen, rumhuren oder schmeiß dir ne Pille ein.

Um den pessimistischen Tenor dieses Artikels wieder ein wenig zu mildern: Man ist immer auch selbst verantwortlich dafür, in welchem Umfeld man sich bewegt. Man kann sich in gewissen Grenzen aussuchen, welchen Belastungen man sich aussetzt und welchen nicht.

Daher appelliere ich an meinen und euren gesunden Menschenverstand. Hört auf euren Bauch! Wenns euch nicht gut geht, tretet kürzer. Wenn euch das Leben überfordert, zieht euch zurück, macht Sport, frönt der Völlerei oder einem anderen Hobby. Jammert, wenn es euch dann besser geht. Weint, lacht, tanzt, schlaft! Tut, was euch gut tut! Ihr könnt es in euch spüren. Nehmt euch Zeit für euer Bauchgefühl.

Das Beste dabei ist, wenn es euch gut geht und ihr positive Energien ausstrahlt werden ihr gleichzeitig zum Kraftspender für andere Menschen, die sich dann vielleicht die ein oder andere Pille sparen können.

In diesem Sinne: Ich bin dann mal ausschlafen, Tee trinken, Fotos machen, rumfläzen und mein neues Stofftier nähen. Die Süße heißt übrigens Batty ❤

Bis bald!

PS:

Ich bin Batty, mit Gedanken wie Spaghetti!

* Ich bin mir sehr wohl der Tatsache bewusst, dass „Scheiße“ kein Adjektiv ist und es genau genommen „beschissen“ heißen müsste. Juckt mich aber nicht!