Sonntagsfrage Nr. 10

Ich weiß du hast viel zu tun, deshalb versuche ich eine Frage zu stellen, die du ganz schnell beantworten kannst.

Erinnerst du dich an das letzte Mal, als du dieses Gefühl hattest: Leuchten und Musik

Wann war es und erinnerst du dich noch, was du gehört hast?

*Tempest und ich haben uns überlegt, uns eine Art regelmäßiges Stöckchen zuzuwerfen. Jeden Sonntag stellen wir uns gegenseitig eine Frage als Blogimpuls, deren Beantwortung aber auch gerne kurz und knackig ausfallen darf.

Mitleser:innen sind herzlich eingeladen die Sonntagsfrage(n) ebenfalls zu beantworten. Entweder in den Kommentaren oder auf ihren eigenen Blogs. Dann würden wir uns sehr über eine Verlinkung freuen.

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Gefühle sind real

Gestern habe ich das erst Mal mit der neuen Liebe etwas erlebt, das mich verunsichert hat. Es ging um etwas, um das er mich bat. Möglicherweise war es nur eine Kleinigkeit. Ich fühlte mich verunsichert, nicht berücksichtigt und gleichzeitig unter Druck gesetzt.

Ich dachte eine ganze Weile darüber nach, warum mich eine Bitte so aufbrachte und nachdem ich die Gründe festgestellt hatte, dachte ich immer noch, ich würde vielleicht überreagieren. Also wendete ich mich an Tempest, weil ich weiß, dass sie mich nicht verurteilen würde. Ich schilderte ihr die Situation und was ich dabei empfand und fragte sie, ob ich überreagiere. Ob ich vielleicht besitzergreifend sei. Ob ich zu empfindlich wäre.

Obwohl mir beim Erzählen klar wurde, dass an meinem Ärger wirklich was dran war, wollte ich mich gerne bei ihm entschuldigen, dafür dass ich die Situation für ihn unangenehm gemacht hatte. Irgendwo in meinen Ausführungen an Tempest waren ein „mein Kompass, was meine Gefühle angeht, stimmt nicht mehr“ und ein „woher soll ich wissen, was normal ist“ verpackt.

Tempest reagierte toll, wie erwartet und sie erklärte mir, dass meine Bedenken für sie sehr wohl berechtigt klängen. Und dann sagte sie etwas in die Richtung „ich weiß auch nicht immer wo das richtige Maß bei meinen Gefühlen ist“ und ich geriet ins Stocken.

Was soll das heißen, das richtige Maß? Als Freundin hätte ich ihr sofort widersprochen. Deine Gefühle sind echt und valide. Das was du spürst ist Realität und das hat seine Berechtigung. Das kommt irgendwo her und es lohnt sich da hin zu schauen und herauszufinden, worum es eigentlich geht.

Und dann hatte es geklickert. Wie Murmeln sind die Erkenntnisse bei mir gefallen.

Ja, auch was ich fühle ist echt. Es mag nicht immer rational sein, aber es hat seine Berechtigung. Und wenn es für andere mal kurz unbequem wird, dann hoffe ich, dass sie damit leben können. Denn ich werde mir die Zeit nehmen hinzusehen, was eigentlich grade los ist. Und ich werde mir das Recht nehmen zu fühlen, was ich gerade fühle.

Jetzt wollte ich diesen Text gerade sehr versöhnlich abschließen. Ich wollte etwas schreiben von Gefühle überprüfen und sehen, ob sie dem Ereignis angemessen sind. Wollte etwas sagen übers an sich arbeiten. Und ja, irgendwie habe ich das an dieser Stelle auch. Aber das ist nicht, worum es hier geht.

Es geht um dies: Ich bin nicht zu emotional, ich bin nicht zu empfindlich. Ich habe Gefühle und diese Gefühle haben einen Grund und eine Berechtigung.

Im Übrigen hat sich die neue Liebe für die Situation entschuldigt und im Nachhinein nicht nur alles nachvollziehen können, was ich dazu zu sagen hatte, sondern selbst schon vieles davon vorweggenommen.

Bildquelle: http://chibird.com/post/111506548389/im-an-emotional-person-and-i-dont-think-its-a

Vom Karussell, dem Schlamm und dem Kartenhaus

Trennungen sind beschissen.

Und wenn du dich trennst, obwohl du liebst wird es noch beschissener.

Und du willst und willst so sehr in den Gefühlen schwelgen. Aber du tust es nicht.

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Weils wehtut.

Weils dich nicht weiterbringt.

Weil dir vom Karussellfahren schwindlig wird.

Weil du weitermachen musst. Einfach weitermachen, als wär nix geschehen.

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Das Leben wartet nicht. Die Zeit bleibt nicht stehen. Die Welt geht nicht unter.

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Den ganzen Tag über schiebst du es weg.

Den ganzen Tag watest du durch zähen Schlamm, mit kalten Füßen und einem Kratzen im Hals.

Und dann am Abend, erwartest dass es rauskommt, über dich her fällt.

Aber nichts geschieht.

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Und du merkst, wie du dich selbst gefesselt und geknebelt hast, wie weit du das alles weg geschoben hast. So weit, dass dus nicht einfach herausholen und dich damit befassen kannst, wenn es grade passt.

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Und dann, wenn du merkst, das Gehen wird leichter, das Kratzen im Hals schwächer, wenn du anfängst zu denken vielleicht heilt die Zeit doch alle Wunden und du hast dich getäuscht, als du dieses Gedicht geschrieben hast, in dem steht, dass die Zeit gar nichts heilt, dass man sich nur gewöhnt, dann, wenn du wieder locker lässt, wenn du einen Tag lang fast gar nicht an ihn gedacht hast, dann kommt dieses Lied im Radio, dieses Lied, das von dir erzählt…und du versinkst, Kopf über.

„Die ganze Fassade klappt wie ein Kartenhaus in sich zusammen.“