Sonntagsfrage Nr. 7

Ich gebe dir Recht, in Weihnachtsstimmung zu sein und beim Konsumfest mit zu machen wird so sehr erwartet, dass es sich anfühlt wie Nötigung. Das ist dann auch schon genau das, was mich an Weihnachten stört: Dieser Drang zu konsumieren und hunderte Euros auszugeben, für etwas, das mit Religiosität, Nächstenliebe, Besinnlichkeit und Familienzusammenhalt zwangsassoziiert wird.

Da ich mit Gruppendruck und Konsumzwang nicht so gut umgehen kann und zudem, zumindest vom deutschen Mittelwert ausgehen, arm bin, weigere ich mich da mit zu spielen. In den letzten Jahren führte das dann auch zu einem gewissen Überdruss. Ich kam nicht mehr in die sogenannte Weihnachtsstimmung, die ich vielleicht mit „Cosyness“ und Vorfreude umschreiben würde.

Das Weihnachtsfest verbringe ich immer bei meiner Familie, was in diesem Fall „Kernfamilie“ heißt. Also meine Mutter, mein „Stiefpapa“, meine Brüder, deren Partner und ein paar enge Freunde der Familie. Bei uns haben wir, um dem Konsumzwang zu entgehen, schon vor einiger Zeit eingeführt, dass wir „Wichteln“. Das bedeutet jeder zieht den Namen einer Person und beschenkt dann diese und nur diese. Das hat uns alle sehr stark entlastet und führt dazu, dass jeder etwas hat, auf das er sich freuen kann, ohne finanziell oder zeitlich in Stress zu geraten oder in Gefahr zu laufen, jemanden zu vergessen.

Dieses Jahr bin ich aber sogar schon ein paar Mal in Weihnachtsstimmung gewesen.

Als es neulich so aussah, bei uns an der Uni:

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Als mir klar wurde, dass ich dieses Jahr mit der neuen Liebe feiern kann und ich mir gar keine Sorgen um ihn machen muss, da er nicht, wie der andere, in irgendwelche komischen Stimmungen gerät. Ich kann einfach nur ein paar schöne freie Tage mit ihm genießen.

Als ich auf dem Weihnachtsmarkt war und mit Lumumba und gewürztem, heißen Apfelsaft meine Lieblingswinterheißgetränke entdeckte.

Zusammenfassend: Ich mag Weihnachten. (Wegen der Plätzchen. Ich hoffe, ich schaffe es noch Plätzchen zu backen, denn Plätzchenduft, gehört ganz klar zu dem, was an Weihnachten so liebenswert ist.) Und Tee und Lichterketten, überhaupt die Lichter überall, und das Essen, Trinken und Feiern mit der ganzen Familie. Die Nestwärme und die Freude über alles was gut ist. Und ich bzw. wir feiern unser Weihnachten so, wie es uns gefällt.

Tempest

Vieles nervt mich am alljährlichen Weihnachtswahn. Die ewig gleichen Lieder (ich kann „Last Christmas“ nicht mehr hören – wie wäre es mal mit was Neuem?), die ewig gleichen Fragen („Bist du schon in Weihnachtsstimmung?“; „Hast du schon Geschenke gekauft?“). Ich bin grundsätzlich kein Weihnachtsmuffel (auch ich mag manches an Weihnachten und komme in Stimmung) und auch kein Grinch (siehe Bild), aber diese ewigen Wiederholungen und diese Selbstverständlichkeit, mit der erwartet wird, dass jeder Weihnachten toll finden müsste und dieses Vermitteln der Wichtigkeit von Geschenken (Konsumfest…) nervt mich einfach. Das ist ja wie ein gesellschaftlicher Zwang (wenn ich Lust habe, mache ich bei vielem mit, aber nicht aus Zwang!)… Aber so ausführlich möchte ich da jetzt gar nicht werden – da würden noch weitere Ausführungen erforderlich sein. Ich wollte damit nur meine Fragen einleiten. Mich interessiert also:

Wie stehst du zu Weihnachten? Bist du in Weihnachtsstimmung, verfällst auch dem alljährlichen Wahn…

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Fragment meiner Gedanken in viel zu vielen Worten (VI. Fallendienstag)

Jetzt mal Tacheles:

Valentinstag ist Mist. Daher wurde dieses Jahr auch die Aktion „Wir scheißen auf Valentinstag“ vom letzten Jahr wiederholt. Fotos folgen. Nur so viel: Meine Ratten haben sich über rot-beherztes Toilettenpapier mit Kirschduft gefreut.

Jedoch wurden mir gestern ein bisschen die Augen geöffnet und ich reihe mich jetzt mal in die Reihe der „Leute-die-eine-Meinung-zu-Valentinstag-haben-und-diese-teilen-müssen“ ein.

Also von vorne. Valentinstag ist Mist. Einfach deshalb, weil es mir persönlich widerstrebt, meine Lieben an einem bestimmten Tag mit Zuneigung und Konsumgütern zu überhäufen und damit dann für den Rest des Jahres aus dem Schneider zu sein.

Es ist nicht einfach deshalb Mist, weil man da romantische Geschenke macht und Blumen überreicht. Dagegen ist überhaupt nichts einzuwenden. Ich finde es nur traurig, dass es anscheinend wirklich einen Tag braucht, an dem wir daran erinnert werden, wie sehr wir die Menschen lieben, mit denen wir unser Leben teilen. (Vielleicht hört man den Tenor heraus: Ich spreche nicht ausschließlich von sexuellen Beziehungen.) Wir lieben uns doch jeden Tag, nicht nur am Valentinstag. Warum ist es denn so schwer, sich das einfach mal, ohne besondere Veranlassung, zu zeigen. Im Alltag, an einem Tagwiealleanderen?

Ich freue mich wahnsinnig, wenn ich meinen Freunden kleine Geschenke machen kann und sehe, wie sie sich darüber freuen.

Ich freue mich auf jeden Sonntag morgen, den ich mit meinen Mitbewohnern beim ausgedehnten Frühstück verbringen darf.

Ich habe mich über die Weihnachtskarte gefreut, die ich von der Mutter meines Exfreundes erhalten habe, obwohl ich gar nicht wusste, dass sie noch an mich denkt.

Ich habe mich gefreut, als K. gestern doch noch zu Besuch kam, obwohl ich gar nicht mit ihm gerechnet hatte. Ich habe mich nicht gefreut, weil mich am Valentinstag ein Mensch in den Armen hielt, der mir wichtig ist. Ich habe mich gefreut, weil er da war, ganz nah bei mir, an einem Tagwiejederandere. An einem Dienstag, Fallendienstag, weil ich mich bei ihm immer so schön fallen lassen kann 🙂

An einem Valentinstag alleine zu sein ist scheiße. Es ist scheiße, weil uns von allen Seiten gezeigt wird, wie schön es ist NICHT alleine zu sein. Es ist scheiße, weil das einer der Tage ist, wo es mir schwer fällt zu lächeln und zu sagen: Was solls, dann bin ich Single. Mein Leben ist auch so schön. Für mich ist das Leben mit einem Partner sehr viel schöner als ohne.

Der Denkanstoß gestern kam von K.: Die Leute, die an solchen Tagen schreiben, wie egal es ihnen doch ist, am Valentinstag allein zu sein, beweisen damit nur, dass es ihnen eben NICHT egal ist.

Hier ist ein weiterer Grund, warum ich Valentinstage scheiße finde:

Überall, wirklich überall wirst du darauf hingewiesen, wie wichtig es ist einen Partner, Freund, Geliebten oder Ehemann zu haben. Für Menschen, die alleine sind, nicht weil sie es so wollen, sondern weil es aus irgendwelchen Gründen nun mal so ist, ist das quälend. Dabei vergisst man leicht, dass es meistens besser ist aus den richtigen Gründen alleine zu sein, als aus den falschen Gründen mit jemandem zusammen.

Warum Valentinstag scheiße ist?

Es ist so leicht mit ganz kleinen Gesten an die Menschen zu denken, die uns nahe stehen. Mit einem Anruf, mit einem schön gedeckten Tisch, mit einer Einladung zum Kaffee, herrje, die C. freute sich riesig, als ich mich neulich mit einer Kanne Tee und einem romantischen Film bei ihr im Zimmer einquartierte. Und meistens reicht es ja schon den anderen Menschen kurz wissen zu lassen, dass man an ihn denkt, um ihm eine Freude zu machen.

Wer hat denn bitteschön bestimmt, dass man seine Zuneigung am besten am 14. Februar mit Blumen, Karten, Schokolade oder Schmuck zeigt?

Schwachsinn!

Adventskalender: 15. Dezember

Entspannt euch mal!

Echt, hält man ja im Kopf nicht aus, diesen Heckmeck:

Oh neinohnein, ich brauch noch ein Geschenk für den Vater vom besten Freund meines Ex-Freunds. Und für die Frau, von der ich damals meine Katze geholt hab, weil sie sie sonst ertränkt hätte, für die hab ich auch noch nix. Und meinem Briefträger wollte ich doch auch was schenken. Ja und dann muss ich noch Plätzchen backen, zum Friseur, die Wohnung aufräumen. Aber wann soll ich das alles machen? Heute ist die Weihnachtsfeier von meinem Vogelstimmen-Imitier-Chor, morgen ist Weihnachtsfeier der Leute-die-nix-besseres-zu-tun-haben-als-Weihnachtsfeiern-zu-besuchen-Selbsthilfegruppe und am Samstag ist Weihnachtsfeier vom Betrieb. Da muss ich vorher noch zum Body-Waxing und ins Solarium, denn da ist wieder der Herr Winter aus der Marketingabteilung, auf den war ich beim Sommerfest schon scharf. Ja, da war ich noch Single, aber was auf der Weihnachtsfeier passiert bleibt doch auf der Weihnachtsfeier, nicht?

Ich setz mich jetzt ein bisschen an den Kamin und trinke Punsch.

 

(Versucht mal das Bild anzuklicken!)