Adventskalender: Nikolaus

Heute nur ein Link, da es mir nicht gelungen ist das Video einzubetten.  Doch, ein Video. Danke Herr D.!

Das war eine meiner allerliebsten Lieblingsgeschichten, als ich klein war und sie gehört noch immer zu den allerliebsten. Die C. meint das übrigens auch.

Es ist bitterkalt und draußen heult ein Schneesturm. Doch bei Wanja knistert das Feuer und es ist mollig warm. Da klopft es bei Wanja, mitten in der Nacht….

 

 

 

Ich wünsche euch allen einen schönen Nikolaustag!

Quelle:

Volksblatt Liechtenstein

Infos:  

Tilde Michels und Reinhard Michel: Es klopft bei Wanja in der Nacht

 

Liebe -> Symbiose -> Kannibalismus

Eine Geschichte aus der Kategorie Liebe//Perversion.

X und Y haben erst vor Kurzem geheiratet und sind offensichtlich sehr glücklich miteinander. Wenn man die beiden beobachtet hat man manchmal das Gefühl, dass sie nicht 2 einzelne Personen sind sondern 2 Hälften eines Menschen. Symbiotisch, wie die beiden aufeinander ein- und zugehen.

Viele mögen das für einen erstrebenswerten Zustand halten. Ich bekomme manchmal ein wenig Angst, wenn ich ihnen zusehe.

Soll das so sein? Aus „DU“ und „ICH“ wird „WIR“?

Also, versteht mich nicht falsch. Ich finde „WIR“ gut. Ich finde es großartig, wunderschön und unvergleichlich.

Aber „ICH“ darf dabei nicht verloren sehen und „DU“ bleibst „DU“. Denn wenn ich liebe, liebe ich „DICH“.

Hals über Kopf,

Haut und Haare,

Irrsinn und Verstand,

Gut und Böse.

Ich will nicht, dass „DU“ ein Teil von „MIR“ wirst. Ich will „DICH“ weiterhin vor mir haben und neben mir. Ich will von „DIR“ weiterhin überrascht werden. Ich will „DICH“ immer wieder neu kennenlernen. „ICH“ will Geheimnisse haben, nur für „MICH“.

„ICH“, „DU“ und „WIR“, so stelle ich mir das vor.

Also, X und Y sind nun XY. Festgestellt und akzeptiert. Doch als ich das Folgende beobachten musste verlor ich fast die Fassung:

Wir waren zu einem Spieleabend bei XY verabredet.

Y, also er hatte sich offensichtlich irgendwie am Finger verletzt. Das schmerzte offensichtlich sehr.

Er zeigte es X, also ihr, sie holte die Nagelschere. Und begann in den nächsten 30 Minuten ihm geduldig die Nagelhaut zu kürzen. Das mit der Nagelpflege hätte ich noch gerade so durchgehen lassen. Persönlich bin ich der Ansicht, dass ein erwachsener Mensch für seine Körperpflege selbst Sorge tragen kann. Wenn man sich aber von seinem Partner dabei helfen lassen mag ist das Privatsache.

Das mit der Nagelpflege im Wohnzimmer vor den versammelten Gästen…naja, war ja nicht mein Wohnzimmer, nicht meine Gäste. Ich muss aufpassen, dass ich nicht unflexibel werde…

Doch dann beobachtete ich etwas, von dem ich zunächst dachte, ich hätte es mir nur eingebildet.

Ich glaubte zu sehen, wie sie sich ein Hautfitzelchen, dass sie gerade bei ihm abgeschnitten hatte, in den Mund steckte!

Das musste ich mich aber falsch beobachtet haben. Ein bisschen verschämt konzentrierte ich mich auf die anderen Abläufe am Tisch. Die Sache ließ mir keine Ruhe, ich sah wieder rüber.

Da, da war es wieder! Sie schnibbelte die Haut ab, er fing sie auf und gab sie ihr, sie steckte sie sich in den Mund, kaute ein bisschen darauf herum.

Irrtum ausgeschlossen. Unglaublich!

Das war ja nicht nur Symbiose, das war partnerschaftlicher Kannibalismus.

Nach einer Weile stand sie auf, um aus irgendeinem Grund den Raum zu verlassen. Er fuhrwerkte alleine an seiner Hand weiter. Anscheinend fand er noch ein abgestorbenes Stück Haut, dass er entfernen konnte. Er schnitt es ab, fing es auf und hielt ihr das Fitzelchen entgegen. Sie kam zurück zum Sofa, nahm es (da konnte ich das Stückchen Haut zum ersten Mal wirklich sehen. Da.War.Wirklich.Haut.) steckte es in den Mund, kaute, schluckte und ging hinaus.

Ich sage euch, mir fehlten die Worte und auch jetzt kann ich nix weiter dazu sagen als E-KE-LICH! 

Chefmäßig, diesmal aber wirklich!

Stellt euch vor, ich war auf dem Oktoberfest!

Obwohl ich in Bayern lebe war ich gestern zum allerersten Mal in meinem Leben in München. Unglaublich aber wahr.

Zwei Dinge vornweg:
1. Die Münchner sind echt gut organisiert.
2. Das Oktoberfest stinkt.

Punkt 2 ist für diese Geschichte nicht relevant, muss aber erwähnt werden!

Die 300 Kilometer nach München mit dem Auto geflogen. Nein, ich hab mich hier nicht verschrieben. Mein Cousin fährt nicht einfach Auto. Er benutzt sein Vehikel wie ein Düsenflugzeug!

Schlau wie wir nun einmal sind haben wir gar nicht erst versucht in der Nähe der Wiesn zu parken. Wir haben uns mit Hilfe von Smartphone und Navi in der relativen Nähe einen Parkplatz gesucht, um dann mit der U-Bahn weiterzufahren. Natürlich hätte man das auch im Vorfeld schon planen können, aber dann hätten mein Cousin und seine Freundin ja keinen Grund gehabt sich beinahe zu streiten.

Wir betraten die U-Bahn und hatten keine Ahnung, wo wir waren, in welche Richtung wir fahren mussten oder was für eine Karte wir brauchten. Doch wie gesagt, die Münchner sind gut organisiert. Und ich konnte endlich unter Beweis stellen, dass ich doch eine gute Anführerin bin, oder zumindest eine gute Navigatorin.

Also während meine beiden Cousins und oben erwähnte Freundin noch orientierungslos durch die Eingangshalle der U-Bahn liefen hatte ich schon den Fahrkarten-Automaten erspäht.

Also wir brauchen?

Eine Tageskarte? Wir wollen ja vielleicht noch in die Stadt, also Check..

Zone? …Kernbereich oder sowas, Check…

3-5 Personen? Richtig! Check!

Neuneuronochwas? Coool, das ist ja richtig günstig.

„Ey Leute, Tageskarte, bis 5 Personen, gilt bis morgen früh um 6, machen wir oder?“

Ich war voll chefmäßig drauf, sammelte das Geld ein, zog die Karte, entwertete sie und wollte sie dann jemandem zum Einstecken geben. Meine Handtasche ist enorm groß, da drin geht immer alles verloren. Wie groß? Kennt ihr die Tasche von Hermine Granger aus Harry Potter? Genau…also ich versuchte die Karte loszuwerden.

Drei Leute hielten mir
a) eine ebenso große Handtasche,
b) einen Geldbeutel, der in die Arschtasche einer Jeans gesteckt werden sollte und
c) eine Zigarettenschachtel entgegen.

Ich steckte die Karte in die Schutzhülle von meinen Fotoapparat, der mit einem kleinen Karabiner am Bügel meiner Tasche festgemacht wird.

„Ihr habt gesehen wo die Karte ist? Gut! Los geht’s!“

Wir fuhren mit der Rolltreppe nach unten. Wir fanden die Tafel mit den Linienplänen. Wir verstanden …Bahnhof!
Alle diskutierten: Wir müssen glaub ich hier…ne da…also letztes Jahr….welche Station?…steht da irgendwo Theresienwiese? Nervös wie wir Touris nun mal waren machten wir sogar ein Foto von unserer U-Bahn Station, falls wir vergessen würden wo wir eingestiegen waren.

Gut, dachte ich, ohne Fragen geht es hier nicht. Ich entschied mich dagegen das Pärchen, das Lederhosn und Dirndl trug, mit „Servus“ zu begrüßen, war mir aber sicher, dass die Einheimischen das hier so machen:
„Entschuldigung, wir wollen auf die Wiesn (oh ja, ich sagte Wiesn, ich war schon ein bisschen stolz) wissen Sie, wie wir da am besten hinkommen?“
„Ja, “ sagte die Frau, „Sie steigen gegenüber in die Eins und dann am Bahnhof wieder aus…“

Sie erklärte den Weg sehr präzise und auf Hochdeutsch…schade, ich mag den Münchner Dialekt und verstehe ihn fließend. Mit dem Sprechen…aber ich schweife ab. Ich hatte keine Sorge die Theresienwiese zu finden.

Wir mussten zwischendurch einmal umsteigen, was schon ein kleines Erlebnis war, weil wir auf bayrisch von einem U-Bahn-Moderator zur anderen Bahn hinüber gelotst wurden. Und auch als wir an der Theresienwiese ausstiegen wurde der Fußgängerverkehr per Mikro-Durchsage in die richtigen Bahnen gelenkt. Ich fühlte mich wirklich gut aufgehoben obwohl Tunnel und U-Bahnen mir sonst einen kalten Schauer über den Rücken jagen. Ein Wiesn-Besucher verabschiedete sich mit einem lauten und überschwänglichen „Tschüß!“ von dem U-Bahn-Moderator, da wurde der ein wenig unfreundlich:

“Net `Tschüß`! Bei uns hoast des `Pfiat di`.“

Über die Wiesn an sich muss ich euch hier nix erzählen, das dürfen in den nächsten Tagen die Bilder machen, die ich geschossen habe. Nachdem uns irgendwann nach Einbruch der Dunkelheit klar geworden war, dass wir auf diesem Fest an diesem Tag kein Bier mehr bekommen würden, weil überall wegen Überfüllung geschlossen war, entschieden wir uns zum Ostbahnhof oder zum Stachus zu fahren.

„Wo sind wir noch mal reingekommen?“
„Hier ist ein Ausgang,“ meinte ich,“ aber reingekommen sind wir auf der anderen Seite von dem Stand da.“

Ich konnte es nicht glauben, was war nur mit meinem Orientierungssinn los? Ich konnte mich an die Richtung erinnern, aus der wir vor 6 Stunden gekommen waren? Erstaunlich!
Ich führte also meine kleine Truppe chefmäßig zurück zur U-Bahn Station. Da standen wir nun.

„Wohin jetzt? Wo steigen wir ein?“

Ich sah schon, meine kleine Truppe brauchte starke Führung. Und Anführerin war ich, ich hatte DIE KARTE! Also besah ich mir den U-Bahn Plan.

„Ja also, wir fahren jetzt mit der Bahn bis zum Bahnhof zurück und dann schauen wir mal wie wir weiter kommen.“

Woah, ich konnte sogar autoritär sein UND Entscheidungen treffen.

„Hop, hop, rein mit euch!“
In der Bahn studierte ich den Streckenplan.

„Also wir müssen gar nicht am Bahnhof umsteigen, wir fahren einfach noch ein paar Stationen weiter.“
Die Freundin:“Bist du dir sicher? Ich weiß gar nicht wo wir hin müssen?“
„Jaaah, vertrau mir, ich weiß Bescheid.“ Oh ja, ich war mir sicher! Hach, das war ein gutes Gefühl!
„So, und hier aussteigen…E. du auch zack zack!“

Lange Rede kurzer Sinn:

Ich machte die negative Erfahrung mit der Meuterei in der gestrigen Nacht mehr als wett. Ich führte meine Mannschaft zum Stachus und vom Stachus zur Kultfabrik am Ostbahnhof und vom Ostbahnhof wieder zurück zum Stachus und vom Stachus wieder zurück zur Ausgangsstation und von da zum Auto.

Es gab KEINE Meuterei, ich hatte alles im Griff und ich wusste sogar am Ende noch wo ich am Anfang das Gruppenticket untergebracht hatte.

Chefmäßig! Man bin ich gut!