Vorübergehend: Stepped into the Magic Land

Mein verlängertes Wochenende:

Donnerstag: Ne neue Band aufm Umsonstfestival entdeckt. Wer Postrock leiden kann: Bittesehr, Paper Planes

Freitag:

Got Shit Done!

Samstag:

Muskelkater aus der Hüpfburg mitgebracht (JA, wir Großen hatten eine Hüpfburg nur für uns!

Pferd auf kleinen Zeh gestellt und nix gebrochen.

Im Heu übernachtet, aber nicht wirklich geschlafen. Trotzdem glückselig.

Sonntag:

HOLY SHIT. Wonder Woman! Habt ihr jemals bei ner Kampfszene das Gefühl gehabt, euch kommen die Tränen?

Dann wieder ein bisschen Musik plus Kohlenhydrate auf dem Umsonstfestival. Love, sun and harmony and Affogato mit Tempest.

Ach und heute (war kein Wochenende mehr, aber weils so schön war): 

Heute hat sich mein Zug verfahren.

 

Halt mal kurz

„Halt mal kurz!“, würde ich gerne sagen, Känguru-Style, und jemandem die Verantwortung für mein Leben in die Hand drücken. Zumindest vorübergehend…wenigstens heute.

Es ist mal wieder so, wies immer ist. Seit Wochen schleiche ich um diesen Blog herum und frage mich: „Wieso schreiben, worüber überhaupt? Dein kleinliches Gejammere, den esoterisches Lebenlieben – das will doch niemand lesen. Geschichten – Geschichten sind es, die die Leute lesen wollen.“ Als Geschichtenerzählerin fühle ich mich aber nicht. Mein Kopf malt Bilder und erfindet Situationen, würde das Leben gerne in eine unnachahmliche Melodie schreiben. Der Zufall jedoch hat mich nicht zur Malerin oder Musikerin gemacht. Der Zufall gab mir die Worte und sagte: Das ist dein Baukasten. Mach was draus.

Warum ich jetzt doch schreibe? Weil ich heute Geschichten habe…oder zumindest kleine Anekdoten, die geteilt werden wollen. Die etwas aussagen über mich. Die beschreiben, in welcher Welt ich lebe. Und was für ein Arschloch mein Gehirn ist. Wer auch immer in die Welt gesetzt hat, dass man zu IRGENDEINEM Zeitpunkt die Kontrolle über sein Leben hat, der war ein verdammter Optimist oder ein überheblicher Lügner.

Heute war der erste Tage eines 2-tägigen Verlagsworkshops, der von unserer Uni angeboten wird und den ich mit R., meiner derzeit besten Freundin, besuche. Die Dozentin ist Cheffin eines eigenen kleinen Verlags und arbeitet seit mehr als 20 Jahren in der Branche.

Während der kompletten vier Stunden des Workshops war ich angespannt, weil sie von Studienabschlüssen, Praktika und Volontariaten sprach und all die sehr jungen Menschen da waren, die mir jeden Tag an der Uni begegnen und weil ich Mitte 30 bin und ein Lektorat schon immer mein Traumjob war und ich das Gefühl habe, ich könnte meinen Traum jetzt fast wahr werden lassen, aber nur fast, weil mich doch in 2,5 Jahren, wenn ich auf die 40 zugehe keiner mehr als Berufsanfängerin nimmt und weil ich es mir sicher nicht leisten kann Praktika zu machen statt zu arbeiten und weil irgendwo in diesen Plan auch noch Kinder hineinpassen sollen und wenn ich jetzt auch noch den Master anhänge,damit ich eine reelle Chance habe, dann habe ich sicher nicht noch den Nerv ein 1,5 Jähriges Volontariat anzuhängen und…

In den Pausen sprach ich mit R. und meinte, dass ich sicher auch auf anderem Wege Qualifikationen und Erfahrung erlangen könnte, aber dass ich plötzlich so einen großen Druck verspürte, wo ich doch mein Studium mit der Klarheit begonnen hatte, dass ich das alles nur für mich mache und überhaupt nichts dabei raus springen muss. Aber jetzt ist so viel mehr daraus geworden. Klar macht das Studium mir Spaß, aber ich habe auch verdammt hart dafür gearbeitet so weit zu kommen. Und jetzt möchte ich, dass es sich auszahlt. Ich will endlich eine Arbeit, die mich zufrieden und glücklich macht. Das Lektorat könnte Genau. Das. Sein. Aber was wenn…ich zu alt bin und zu begrenzt in meinen Möglichkeiten und wenn mein Zug schon abgefahren ist.

Nach dem Seminar waren wir die letzten Studenten, die noch mit der Dozentin im Seminarraum waren. R. sprach sie darauf an, dass wir ja nun deutlich älter wären, als unsere Kommilitonen und uns deswegen nicht sicher wären, ob wir in dem Berufszweig überhaupt noch eine Chance hätten. Die Dozentin erzählte uns voller Leben und mit sichtlicher Begeisterung, dass sie sich über Menschen wie uns freuen würde. Das wichtigste am Job wäre die Lebenserfahrung. Sie würde es begrüßen, wenn sich jemand wie wir bei ihr bewirbt. Sie wollte auch wissen, was wir bis jetzt gemacht hätten und war dann ganz begeistert aufgrund von verschiedenen absolvierten Jobs, Ausbildungen und Berufserfahrung.

Mir fiel ein so großer Stein vom Herzen, dass mir die Tränen in die Augen schossen. Es gibt wirklich eine Chance für mich! Eine echte, realistische, greifbare Chance, meinen Traumberuf auszuüben, den ich nie für erreichbar hielt.

Na und die andere Geschichte, wie ich dann beschwippst beschwingt mein Handy aus dem Fenster im dritten Stock warf, weil ich unter großer Erleichterung nicht zurechnungsfähig bin, die erzähle ich dann am Sonntag. Es ist spät und morgen früh geht der Traumjob-Workshop weiter.

Antwort auf Sonntagsfrage Nr. 14

Sonntagsfrage Nr. 14 – http://wp.me/p7DPMZ-6ET

Ich weiß gar nicht so recht, warum über so etwas überhaupt diskutiert wird. Natürlich ist es nicht richtig oder gerecht, Menschen schlechter zu stellen, weil sie sich dagegen entschieden haben Kinder zu bekommen oder keine Kinder bekommen können oder nicht das Privileg hatten in einer Lebenssituation zu sein in der Kinder denkbar wären. Niemand sollte sich aus finanziellen Gründen gezwungen sehen Kinder in die Welt zu setzen, das liegt doch auf der Hand. 

Auf der anderen Seite finde ich Ansätze sinnvoll, die Nachteile ausgleichen, die Menschen durch das Großziehen von Kindern entstehen. Es ist ja leider häufig noch immer so, dass ein Elternteil (ich weiß, meistens ist es die Frau, aber tun wir mal so, als könnten es beide sein) für eine Weile zuhause bleiben muss, um die Kinder zu pflegen. Sind es viele Kinder oder verdienen die Eltern nicht so viel, werden daraus auch schon mal viele Jahre, oder ein Teilzeitjob, wenn die Kosten für die Betreuung so hoch sind, dass sich eine nicht so lukrative Beschäftigung für den einen Partner einfach nicht rechnet. Dann ist eine langfristige Folge, dass derjenige Elternteil, der eine Karriere als Erziehender machte, einen geringeren Rentenanspruch hat. Da gibt es ja Bemühungen das zumindest teilweise auszugleichen und das finde ich richtig und wichtig.

Langfristig fände ich es aber gut, wenn die Entscheidung Kinder zu haben oder nicht, oder für  Kinderpflege oder Beruf eine reine Frage des individuellen Lifestyles sein könnte und weniger eine Frage des wirtschaftlichen Überlebens.