Autsch und ohweh

Damit ihr nicht auf die Idee kommt, ich würde mich jetzt sang- und klanglos wieder vom Acker machen folgt hier eine kleine und überflüssige Wortmeldung.

Diese Woche beginnt die Uni wieder, also hocke ich seit Tagen vor dem PC und versuche bneötigte Seminare zu ergattern.

Der Terror muss diese Woche zum 2. Impfen und mein Vater, der mich zum TA fahren wollte, hat mich gnadenlos versetzt. Mal sehen, ob es morgen vielleicht mal klappt. Ich MÖCHTE ja Vertrauen.

Ich hab mir beim Schreiben der letzten Hausarbeit oder beim Sex mit dem Ex den Nacken verklemmt und bin gerade dabei mich an den permanenten Schmerz zu gewöhnen.

Meine Haare machen Blödsinn und sind überhaupt nicht mehr so toll, wie am Anfang meiner No-Poo Versuche. Heute im Seminar hab ich mich fast ein bisschen geschämt. Die weitere Taktik steht noch nicht fest, aber ich gebe nicht auf. Bald folgen auch wieder Fotos.

Hier ein Bild von einer Katze, die ihre Prioritäten kennt. Ich hab gehört Bilder lockern so einen Text auf.

My Snapshot70

Nyx is nun offline. Ich muss meine müden alten Knochen mit Salbe einreiben und mal früher ins Bett.

Der scheiß ich in die Geranientöpfe!

Die Veränderungen in meinem Leben führen dazu, dass ich neuerdings immer wieder neue Freundschaften schließe. 

Ich hab gemerkt, wenn ich gerade dabei bin jemanden kennenzulernen mag ich die Stille, die zwischen zwei Menschen entstehen kann, nicht. Bei guten Freunden schätze ich ein „komfortables“ gemeinsames Schweigen sehr. Bei neuen Bekannten bin ich mir einfach viel zu unsicher, ob es nun ein komfortables oder unangenehmes Schweigen ist. Was beinahe jedes Schweigen verdammt unangenehm macht…

Daher kommt meine Angewohnheit bei unvertrauten sozialen Interaktionen mehr oder weniger sinnige Konversationen einzuleiten. 

So auch gerade eben, als ich mit der B., meiner neuen Bekannten, vom Schwimmbad im Gewitterregen nach Hause lief. (Der Regen tut bei der Geschichte nix zur Sache. Aber es war schön, dass er da war und er hat uns beiden gefallen. Das spricht sehr für meine neue Bekannte, die B.)

Wir liefen an einer engen Stelle neben einer Baustelle vorbei. Rechts Bauzaun, links weiß-rote Begrenzung zu den Straßenbahnschienen. Es roch rechts wie links nach Urin und wir hatten gerade so ein Schweigen eingeleitet:

Ich: Pah, hier stinkts aber ganz schön nach Pisse!

Die B.: Ich kann dir auch sagen woher das kommt.

Ich: Ja? Na erzähl mal.

Und so erzählte sie. Wie es üblich sei, dass Mütter und Väter ihren kleinen Söhnen helfen, sich überall zu erleichtern, wo sie gerade gehen und stehen.

Die B.: Bei Mädels machen die das nicht. Ich habe noch nie eine Mutter gesehen, die ihre Tochter ermuntert: „Du kannst auch gleich hier an die Straßenlaterne pinkeln!“

Ich: Hm, du hast, glaube ich, vollkommen recht. Ich denke du hast gerade die Welt ein kleines bisschen verbessert. Ich werde das meinem Sohn anders beibringen, falls ich mal einen habe.

Sie erzählte weiter, wie sie eine Mutter, die ihren Jungen an einen Blumenkübel vor dem Stadttheater pinkeln ließ, dazu angehalten hatte das doch in Zukunft zu unterlassen. Dazu hatte sie ihr den Hinweis gegeben, dass die nahe liegende Gaststätte sie sicher mit dem Jungen auf die Toilette lassen würde. Die Frau habe sich entrüstet abgewendet.

Die B.: Dann kam der ihr Mann dazu. Du weißt schon, Imponiergehabe. Sich auf die Brust klopfen und Weibchen und Junges verteidigen.

Sie beschrieb, wie sich der Mann richtig in seine Wut hineinsteigerte, als sie auch ihm erklärte, dass so ein Verhalten unmöglich sei. Als er sie darauf hinwies, dass es dann ihre Schuld sei, wenn der Junge sich in die Hose mach, siezte er sie noch. Kurz darauf nannte er sie eine dumme Sau, die ihm nichts zu sagen habe.

Die B.: Ich glaube einen Mann zu finden wird für mich richtig schwierig, wenn alle Söhne das so von ihren Müttern lernen.

Ich: Ach iwo.  Selbst wenn sie das alle so lernen, bestehen Beziehungen doch auch aus Kompromissen. Dann wird er das sicher dir zuliebe lassen, auch wenn seine Mutter ihm das so beigebracht hat.

Die B.: Hah, das geht. Aber wenn das so eine ist, dann besuch ich die aber lieber nie zuhause.

Ich: So schlimm?

Die B.: Ohja! Oder ich scheiß der Alten in die Geranientöpfe!

Ich: Du machst was?

Die B.: Na wenn ich doch muss?

Freitags-Füller #160

1. Meine Nachbarn haben, unglaublich aber wahr, einen Schlüssel zu meiner Wohnung. ALLE Nachbarn. Und ich wohne in einem mittelgroßen Mietshaus. Bei uns werden die Zimmer alle einzeln vermietet. Meine WG gehört zu den wenigen „echten“ Wohngemeinschaften in unserem Haus.

Die anderen Bewohner nutzen das Haus eher wie ein Wohnheim. Und da ja jeder sein eigenes Zimmer gemietet hat, hat jeder einen eigenen Schlüssel für das eigene Zimmer. Nicht aber für die Wohnung. Unsere Wohnungen lassen sich alle mit demselben Schlüssel öffnen.

Merkwürdigerweise macht mir das kein ungutes Gefühl. Es ist in den 4 Jahren, die ich schon hier wohne, nie etwas gestohlen worden. Zudem neige ich zu Vergesslichkeit und lasse häufiger meinen Schlüssel zuhause liegen. Kein Problem, wenn man nur beim Nachbarn klingeln braucht, damit der einen einlässt. 

2. Kein Artikel, den ich in den letzten 6 Monaten erworben habe war ein Fehlkauf. Ich überlege mir aber auch immer sehr, sehr gut, wofür ich mein Geld ausgebe. Dummerweise ist am Ende doch nix mehr davon übrig…

3. Es hört sich vielleicht komisch an, aber so richtig, richtig blauer Himmel nervt mich. Wenn das Wetter so strahlend ist, dass keine einzige Wolke zu sehen ist und der Himmel nur an den Rändern, in der Ferne so ein klein wenig  heller erscheint, dann fühle ich mich unwohl. Es wirkt für mich, als wäre er tot und öde und alles darunter müsse bald zur Wüste verkommen.

Ich mag Sonnenschein. Aber ich mag Sonnenschein mit Wolken, federleichten, wie Pinselstriche, zähe, ineinanderlaufende, wie vergossene Milch, dicke schwere, wie Wattebäusche, dunkel, tiefhängende, wie drohendes Unheil…

Und überhaupt: Die besten Wetter sind Gewitter und Stürme. Es scheppert und kracht und Dinge fliegen durch die Gegend. Der Regen wäscht alles rein und wenn nachher die Sonne wieder ihr Gesicht zeigt, ist die Welt eine Neue. 

4.  Eins ist klar: Ich denke zuviel. Viel zuviel. Leider ist das ein Problem, dass ich bisher, trotz intensiven Nachdenkens, noch nicht lösen konnte.

5. Ich habe immer gedacht, ich gehöre nirgends dazu, bin uninteressant, farblos, öde. Dabei habe ich nur versucht zu den falschen Leuten dazu zu gehören. Zu denen, die Klamotten, Make-Up und Blingbling brauchen, um davon abzulenken, dass sie uninteressante, farblose, öder Persönlichkeiten haben. Kein Wunder, dass ich mich mit solchen Menschen nicht über Themen unterhalten konnte, die mir am Herzen liegen.

6. Ich finde die dümmsten Sachen total witzig. Nonsense-Humor ist großartig. Zum Beispiel das hier: 

„Die meisten Menschen sind verwirrt,

wenn ein Satz nicht so endet,

wie sie es Kürbismus.“

7. Was das Wochenende angeht, habe ich noch gar keine Pläne. Und das ist gut so!

Vielen Dank wie immer an

•••• •BARBARA

für die schönen Impulse.