Zerbrochene Krüge II.

Gerade fühlt sich jede vergangene Woche wie ein kleiner Sieg an. Und in jedem dieser Siege stecken noch kleinere Etappensiege.

  • Ein Referat gehalten
  • Ein wichtiges Telefonat geführt
  • Eine Prüfung sehr gut bestanden

Ich denke immer seltener ans aufgeben, wenn ich sehe, was ich kann. Doch dafür fühle ich mich getrieben.

Wenn ich bei M. bin, da ist das alles wie weggeblasen. Ich fühle mich sicher und geborgen und ein Stück aus der Realität gerückt hinein in ein kleines Reich, das nur für uns ist.

Und wenn ich die Tür von außen schließe bin ich wieder mein altes, unstabiles, löchriges Selbst.

Aber ich kann fühlen, wie es nicht mehr schwerer wird.

Kleine Siege, kurze Etappen, ab und zu Luft holen und seine Wärme, die mir sagt, dass alles gut ist, sein fieses kleines Lachen, das mir sagt, dass alles nur in meinem Kopf ist.

Ich strecke meine Rücken durch, und freue mich über die Blumen, die unerwartet dort am Wegesrand auftauchen, wo ich, nicht dicht, wie ich nun mal bin, mein Wasser vergossen habe.

Ich fühle, zu was ich alles in der Lage bin, wenn ich nur den Mut habe.

Und ich weiß, ich bin noch immer auf dem richtigen Weg.

Alles wird gut. Diesmal bestimmt…

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Abendlicht

Die Sonne fließt wie warmer Honig über das Land,

die Luft spricht noch flüsternd von der Hitze vergangener Tage

und mit leichtem Bedauern verabschieden sich die Farben des Sommers,

steigen aus der Erde auf in die Wipfel der Bäume.

 

Im Sommer schließe ich die Augen,

blinzle kurz.

 

es ist Nacht

es wird Tag

es ist Herbst

 

Jetzt,

sanft schlafend im endlosen Abendlicht einer immer versinkenden Sonne,

atmet jeder Tag Frieden.

Fragment meiner Gedanken in viel zu vielen Worten (XI. I need a bigger place…oder so)

Als ich mich setze spüre ich, wie sich die Muskeln in meinem Rücken mit einem schmerzhaften Ziehen wieder richtig sortieren. Uff, hier aufzuräumen war ein ganz schöner Akt!

Unzufrieden blicke ich mich in meinem kleinen Zimmer um.

Schaut immer noch aus, wie eine Rumpelkammer. Und daran, was sich in Schubladen und Kisten, unter dem Bett und auf dem Schrank angesammelt hat, daran mag ich gar nicht denken.

Ich hab einfach nicht genug Platz für all mein Zeug! Und dabei fallen mir auf Anhieb ein paar Teile ein, dich noch nicht habe, aber haben will!

Das Problem: Ich wohne in einer kleinen WG ohne Rumpelkammer, Keller oder Dachboden.

Die Lösung ist naheliegend, richtig? In meinem Alter wird es eh Zeit, dass ich ausziehe und mir eine eigene Wohnung zulege. Mit Keller und Stauraum und so…richtig?

Falsch!

Ich hab jetzt schon zu viel Zeug und irgendein genetischer Defekt gepaart mit tausenden Konsumlügen macht mich glauben, ich brauche noch mehr davon.

Schätze ich muss mich demnächst mal von jeder Menge Scheiß trennen.

Und jetzt schaut mich nicht so anklagend an, CDs aus den Neunzigern, die ich seit Jahren nicht mehr gehört hab und ihr auch nicht, ihr gut erhaltenen Stiefel, dich ich insgesamt vier Mal anhatte, das letzte Mal vor zwei Jahren.

Schätze, wenn ich das geschafft habe fang ich dann mal an auf Durchzug zu schalten.

Ich will nicht mehr Zeug, ich will mehr Leben!

Frei nach Eddie Vedder, Society:

 

 

I think I need to find a bigger place

Cause when you have more than you think

You need more space

 

 

Ich glaub ich muss ne größere Wohnung suchen

denn wenn man mehr hat, als man denkt

dann braucht man mehr Platz