Freitags-Füller #152

1.  In diesem Monat  spürt man endlich, dass wir uns Richtung Frühling bewegen. Ich will keinen Schnee mehr sehen, ich muss keine hübschen Eiszapfen mehr fotografieren und ich bin es leid mich mehrere Minuten lang anziehen zu müssen, um zum Bäcker nebenan zu gehen. Frühling, ich freue mich auf dich, auch wenn ich weiß du brauchst noch ein wenig Zeit.

2.  Es gibt Dinge, die kann man nicht ändern, man muss sich einfach dran gewöhnen. Das klingt vielleicht ein bisschen platt, aber in manchen Bereichen des Lebens ist Akzeptanz das Beste, was man lernen kann. Man muss nur wissen, wo Akzeptanz angebracht ist und wo sich Widerstand lohnt…als ob das so einfach wäre 😉

3.  Ich könnte zur Zeit so viele interessante Dinge machen. Aber so ein Tag hat einfach zu wenig Stunden.

Ich muss immernoch mein Monster fertig nähen.

Ich möchte Sprachen lernen.

Ich möchte endlich Gitarre spielen lernen.

Ich sollte wieder öfter zum Schwimmen gehen. Die Entspannung täte mir gut. 

Ich will an meinen Geschichten weiter arbeiten. 

Ich brauche mehr Zeit für meine Freunde. 

Ich will mein Zimmer renovieren. 

Ich muss unseren Küchentisch restaurieren. 

Ich will unbedingt mehr über Politik wissen. (Bisher habe ich mich immer davor gescheut mich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Mein Grundwissen ist sehr, sehr schlecht, da ich mich früher null für Politik interessiert habe. Heute trau ich mich einfach nicht zu fragen, wenn ich etwas nicht weiß, weil ich mir dann blöd vorkomme. Aber: Das ist auch kein Problem mehr. Das Internet ist unendlich.)

…und das ist nur ein Auszug aus der inneren To-Do-Liste.

Boah, mir wird schon schwindlig, wenn ich nur anfange das alles aufzulisten. Ja bin ich denn bescheuert? Kein Wunder, dass ich zur Zeit so schlecht schlafe!

4.   „Dä Gugger“ ist mein Lieblingsname für das folgende Verhalten: Wenn du einfach nur ins Leere starrst und an nichts denkst. Der Begriff stammt aus dem Schwäbischen und ich bin meiner Mitbewohnerin sehr dankbar, dass sie ihn mich gelehrt hat. 

5.  Es hat lange gedauert, aber endlich kann ich sagen: Ich bin ein toller Mensch. Ich mag mich so, wie ich bin. (Und ich kann sogar das „aber“ weglassen, dass sich gerne in diesen Satz einschleichen würde.)

6.  Auch ganz alleine, mir nur mir und meinem Laptop drin ist mein neues Bett alles Andere als ungemütlich.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf DSA , morgen habe ich voll fett Partyvorbereitungen geplant und werde dann voll fett den 30. meines Kusängs feiern und Sonntag möchte ich ausschlafen, mich mit einer Freundin treffen und ein bisschen getätschelt und gehätschelt werden!

Mein Dank gebührt wie immer: BARBARA

Freitags-Füller #148

1.  Es wird Zeit, Altes zu vergessen und dem Neuen eine Chance zu geben. Allem Neuen vielleicht nicht, aber dem, das mir das Gefühl gibt: DAS ist genau das Richtige!

2. „Zieh deine Jacke an und vergiss nicht dir eine Mütze aufzusetzen es ist kalt. Und lass die Handschuhe nicht wieder auf dem Spielplatz liegen. Um 6 gibts Abendessen. Pünktlich Madamme!“ Das hat meine Mutter gerne gesagt, wenn ich zum Spielen raus gegangen bin. Danach hat sie mich manchmal einen halben Tag lang nicht mehr gesehen und gehört. Ein Problem war das nicht. Sie hatte vielleicht manchmal Angst um mich. Ich denke allerdings meistens war sie ganz beruhigt. Obwohl es zu der Zeit noch keine Handys gab…Auch wenn es mal ein bisschen später wurde ist sie nicht gleich ausgerastet. Wir haben halt beim Spielen manchmal die Zeit vergessen, das wusste sie.

3.  Gestern abend saß ich nervös an meinem Computer und wartete auf eine Nachricht im Facebook. Oh und ich habe gesündigt. Ich musste unbedingt ein Sandwich von „UBahns“ haben. Danach war ich so voll….und dann noch das nervöse Warten. Ich war dann doch Schwimmen, trotz Halsundkörperweh. Ich bin so stolz auf mich!

4. Liebes Universum,  im Ernst? Warum schickst du uns das, was wir uns am meisten wünschen immer dann, wenn wir es gerade nicht brauchen. Schnee zum Beispiel. Ich hatte heute vor mit meinem süßen kleinen Bob weit hinaus aufs fränkische Land zu fahren, ihn bei einer Werkstatt abzustellen und ihm nen Rundumcheck zu verpassen. Das kann ich nun vergessen, denn ich habe keine Winterreifen. Aber ach…Ambivalenz….ES SCHNEEEEEIT JUCHHEEEEE!

5.  Als Kind musste ich immer die Hühner füttern und auf meine kleinen Brüder aufpassen und essen was auf den Tisch kam. Am schlimmsten war das, wenn es Leber gab. Oder Erbsen. Oder Geröstete (auf Hochdeutsch: Bratkartoffeln) mit Leberwurst und Röstzwiebeln. Und diese beknackten Hühner…haben immer in ihre Nester geschissen, direkt auf die Eier. Und meine Brüder…ich liebe meine Brüder 😉

6. Langsam wächst Gras über die ganze Sache und ich kann wieder klar denken. 

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf den besten Bruder der Welt und den Cousin und die anderen Chaoten, morgen habe ich ein nettes Treffen zum Frühstück geplant und für Sonntag möchte ich im Moment noch keine Pläne machen!

Hach, diese Freitags-Füller sind auch immer ein Spaß. Hemmungslos schwafeln nur über mich. Da kommt Freude auf!

Vielen Dank wie immer an •••• •BARBARA 

Im schwarzen Wald fallen meine Gedanken

…wie Dominosteine.

Letzte Woche war ich weg. Aber ich habs schon mal gesagt: Das ist nicht so schlimm. Wenn ich nicht hier bin, bin ich anderswo.

Diesmal war ich im Schwarzwald. Im Rollenspiel. In der Wärme meiner Herde. Im kalten, blauen Schnee. In der Stille der Wälder.

Das hier war mein erster richtiger Urlaub seit etwa 10 Jahren. Und mein zweiter richtiger Urlaub überhaupt (seit meiner Volljährigkeit).

Bis dato hatte ich immer geglaubt ich verpasse was. Ich war ja noch nirgendwo. Nicht wirklich im Ausland und überhaupt. Ich dachte ich muss nach Afrika, auf die Malediven, ich muss Australien sehen oder in Indien Tee trinken.

Vielleicht möchte ich das. Irgendwann. Denn gerade bin ich so glücklich mit meinem kleinen Schwarzwalderlebnis, dass es mich trifft wie ein Blitz aus heiterem Himmel: Ich MUSS gar nirgendwohin. Ich muss eigentlich gar nix.

Es wird Zeit mal loszulassen. Mich gehen zu lassen. Aufzuhören zu versuchen. Nicht mehr danach suchen. Einfach mal sein.

Ich hab nix zu verlieren außer Zeit.

Und was macht die Zeit erst so wertvoll? Dass ich da bin. Dass ich dabei bin. Dass ich ganz bin.

Ich hab immer gewartet, dass was passiert. Hab vorangetrieben. War frustriert und müde, wenn nix passierte. Hatte ne Heidenangst, wenn ich die Kontrolle mal nicht hatte.

Verlor die Geduld mit mir und der Welt.

Wurde älter. Hatte mit Anfang 20 schon Torschlusspanik. Mit Mitte 20 Angst vor dem Altwerden. Und jetzt mit Ende 20 denke ich das Leben rauscht an mir vorbei und die Möglichkeiten werden rar und rarer. Mit Ende 20! Ich bin jung. Ich bin ein Kind. Ich bin immer genau so alt wie ich mich fühle. Und diese Frau in den mittleren Jahren am Rande einer Midlife-Crisis: Die bin ich ganz gewiss nicht.

So und da saß ich mit meinen Rollenspielfreunden in der ollen Ferienwohnung und jede Nacht war viel zu lang und seine Nähe war viel zu nah und nie nah genug.

Und plötzlich waren sechs Tage und Nächte vorbei und ich hatte es nicht gespürt. Nicht mal Angst vor dem Ende hatte ich gehabt. Denn ich war einfach da gewesen. Jede Minute hab ich mitgemacht. Und ich habe es geliebt.

Meine Menschen, meine Berge, mein Schnee.

Keine Blicke durch den Sucher der Kamera, die mich die Realität verpassen lassen.

Keine Gedanken der Bloggerin, die mich an den Rand der Situation stellen.

Aufatmen war das.

Dabei redeten wir eigentlich nie über uns. Über das was uns bewegt, was uns prägt und zu denen macht die wir sind.  Das verwirrte mich. Denn das ist die Art, wie ich die Dinge begreife. Ich forme die Welt in Worten. Akzeptanz ist ein Tanz den ich noch nicht beherrsche.

Ich hab mich bemüht. Und ich war da. Reden und komfortabel schweigen. Essen, kochen, aufräumen. Spielen. Blödeln. Jetzt sein. Hier sein. Schön war das. Warm und einfach.

Natürlich kam die Angst.

Schon im Auto auf dem Heimweg. Noch während es endete begann ich es zu vermissen. Und ich wusste: Es muss was mit mir passieren.

Neulich, als mir der quer kam, der in meinem Kühlschrank  herumgewühlt hat, da hatte ich das bemerkt.

Ich hatte festgestellt ich hab ein bisschen Ichsein, ein bisschen Mensch, verloren im letzten Jahr.

Ich will wieder mehr Freude an mich heranlassen. Ich will mich nicht mehr stressen. Will nicht mehr filtern. Ich muss nicht mehr lernen, nicht mehr werden. Ich weiß wer ich bin und was mir Freude bereitet und ich darf mich jetzt auch mal entspannen und sehen was passiert, wenn ich mich nach vorne treiben lasse.

Auf gut Deutsch: Der Stress auf der Arbeit ist der Stress auf der Arbeit. Mehr nicht.

Und wenn ich durch die Stadt gehe, dann gehe ich als wäre ich allein. Hüpfend und tänzelnd oder finster mit auf den Boden gerichteten Blick. Und wenn ich Musik höre, dann höre ich was ich will, auch wenn das so „depressiver Scheiß“ ist. Und wenn ich am Samstag auf diese eine Party gehe, dann werde ich tanzen.

Ich will mich nicht mehr von außen sehen. Ich will die Kontrolle verlieren und bin neugierig, was dann passiert und wie das aussieht von hier drin.