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No-Poo-Experiment, Tag 1 (Nein, es ist nicht so, wie es klingt)

September 16, 2014

Ich plane es schon länger, mein neues Experiment. Wer mich kennt weiß: Die Nyx, die muss immer mal wieder was verrücktes ausprobieren, dass sie sich in den Kopf gesetzt hat.

Einst war ich für zwei Jahre Vegetarierin.

Zwischenzeitlich backte ich mein Brot für mehrere Monate selbst.

Manchmal mahle ich das Kaffepulver für meinen morgentlichen Café Latte jeden Tag mit einer Handmühle.

Vor Kurzem habe ich angefangen Sirup und Likör selbst herzustellen.

Diesmal beginne ich ein neues Leben. Ein Leben ohne Shampoo.

Es nervt micht, dass ich alle zwei Tage meine Haare waschen muss. Tierisch. Da führt auch kein Weg drumrum. Ich kann das Haarewaschen auf drei bis vier Tage hinausschieben, wenn ich am Wochenende einfach zuhause bleibe. Genau. Ich bleibe drin, weil ich mir dann die Haare nicht waschen muss. Nur deswegen. Nicht etwa, weil ich mal Bock hab mehrere Tage lang niemanden zu sehen und nur TV zu glotzen, zu lesen oder am PC zu zocken. Niemals.

Da ich allerdings auch in meiner ganz privaten “Höhlenzeit” gerne gut lebe muss ich dann halt manchmal doch vor die Tür. Um Brötchen zu holen Beispielsweise. Oder weil mein Körper sich zu Wort meldet und auch gepflegt werden will. Der verlangt dann danach bewegt zu werden. Das heißt meistens Rad fahren.

Dann mache ich einen engen Zopf oder trage ein Haarband. Oder ich benutze Babypuder. Richtig gehört: Ich hau mir Puder auf meine Kopfhaut um meine Haare nicht waschen zu müssen.

Warum man sowas macht?

Weil es nervt. Je häufiger ich meine Haare wasche, desto schneller werden sie fettig. Da kommt dann irgendwann der Punkt, wo ich eigentlich jeden Tag waschen müsste. Und dann muss ich zwischendurch etwas unternehmen um diesen Prozess aufzuhalten. Eben mal ein paar Tage, trotz Fettfrisur, nicht waschen.

Weil ich keine Ahnung habe, was ich mir bei industriell gefertigten Shampoos so in die Haare schmiere. Habt ihr euch schon mal die Zutatenliste auf einer Shampoo-Flasche durchgelesen? Inzwischen weiß ja fast jeder, dass sich Silikone und Parabene an die Haare anlagern und das Haar somit nicht pflegen sondern “zukleistern” und geradezu abhängig machen. Aber das andere Zeug, was da drin ist? Keine Ahnung was das so ist. Konservierungsmittel? Parfums? Emulgatoren? Farbstoffe? Pflegestoffe? ICH weiß es nicht. Und ich will mich auch nicht damit befassen.

Ich merke eben nur, dass ich mein Haar mehr und mehr pflegen muss. Und ich merke, dass es mich ankotzt, wenn die Shampoo-Marke XY mir 90% Haarreperatur verspricht. Ja wie soll das denn gehen? Klebt das Shampoo die gespaltenen Spitzen wieder zusammen? Ich will nicht so dreist angelogen werden!

Ich habe jetzt seit ca. einem Jahr fast nur noch Bio-Shampoos verwendet. Eben ohne Silikone und Parabene. Ich fand meine Haare wurden davon besser. Aber trotzdem weiß ich nicht, was sonst so drin ist und ob ich das brauche und ob das mir oder der Umwelt überhaupt gut tut. Und ich falle weiterhin auf die Propagande der Pflegeindustrie rein, gebe weiterhin zu viel Geld aus, produiere weiterhin jede Menge Müll. Obwohl ich seit zwei Jahren meine Haare nicht mehr färbe muss ich trotzdem weiterhin “dazu pflegen”. Das heißt immer Spülung verwenden, weil ich sonst mit der Bürste nicht durchkomme und regelmäßig eine Kur auftragen.

Fazit: Ich hab die Nase voll!

Und deshalb wasche ich seit heute meine Haare erst mal nur mit Essig und Natron oder Backpulver. Und vielleicht irgendwann mal für mehrere Wochen gar nicht. Was weiß ich. Wir werden sehen :)

Auf jeden Fall bin ich im Moment äußerst zufrieden mit meinem Ergebnis: Die Haare sind weich, glänzen und der fettige Ansatz ist weg.

Neuer Neustartversuch

September 16, 2014

Mag sein, dass meine Blog-Zeiten vorbei sind. Mag sein, dass ich nur ein bisschen Zeit brauchte, um Durchzuatmen.

Akkus aufladen kann so viel Zeit in Anspruch nehmen.

Im Moment erstaunt es mich, wie lange ich “durchgezogen” habe, obwohl mein innerer Speicher leer, das Energielevel ganz unten war. Besonders, wenn ich daran denke, dass ich vor ein paar Jahren wegen Depressionen in Behandlung war.

Warum die Akkus derartig leer waren werd ich vielleicht später hier erzählen. Vielleicht auch nicht, die Entscheidung habe ich noch nicht getroffen.

Im Moment jedenfalls experimentiere ich ganz viel. Probiere neue Dinge aus. Versuche ein natürlicheres Leben zu führen. Fühle hin, ob der Kern meiner Persönlichkeit noch der ist, den ich in Erinnerung habe. Und DARÜBER möchte ich auf jeden Fall schreiben.

Wie bei den letzten Malen kann ich nur sagen: Wir werden sehen!

Nyx übersetzt: Passenger – Let Her Go

November 8, 2013

Hallo, ich lebe noch!
Da ich in letzter Zeit immer noch nicht die Ruhe zum Schreiben gefunden habe, die ich mir wünsche, melde ich mich einfach in anderer Weise zu Wort.

Ich übersetze :) Es gibt viele viele Songs, die mir irgendwie am Herzen liegen, einfach weil sie mich berühren. Und einen Teil der Wirkung, die Musik für mich hat macht auch immer der Text aus.

Ich setzte mich gerne hin und übersetze die entsprechenden Lieder. Einfach, weil ich selbst dann besser hinhöre und mehr von dem verstehe, was nur zwischen den Zeilen steht. Und weil ich möchte, dass auch Menschen an diesen Texten teilhaben können, die vielleicht nicht so gut Englisch sprechen.

In diesem Fall: Viel Spaß mit Passenger und Let Her Go…

Passenger – Let Her Go

Well you only need the light when its burning low

Only miss the sun when it starts to snow

Only know you love her when you let her go

Only know you’ve been high when you’re feeling low

Only hate the road when you’re missing home

Only know you love her when you let her go

And you let her go

 

Staring at the bottom of your glass

Hoping one day you’ll make a dream last

But dreams come slow and they go so fast

You see her when you close your eyes

Maybe one day you’ll understand why

Everything you touch surely dies

 

But you only need the light when its burning low

Only miss the sun when it starts to snow

Only know you love her when you let her go

Only know you’ve been high when you’re feeling low

Only hate the road when you’re missing home

Only know you love her when you let her go

 

Staring at the ceiling in the dark

Same old empty feeling in your heart

Cos love comes slow and it goes so fast

Well you see her when you fall asleep

But never to touch and never to keep

Cos you loved her too much and you dived too deep

 

Well you only need the light when its burning low

Only miss the sun when it starts to snow

Only know you love her when you let her go

Only know you’ve been high when you’re feeling low

Only hate the road when you’re missing home

Only know you love her when you let her go

And you let her go

And you let her go

Well you let her go

 

Cos you only need the light when its burning low

Only miss the sun when it starts to snow

Only know you love her when you let her go

Only know you’ve been high when you’re feeling low

Only hate the road when you’re missing home

Only know you love her when you let her go

 

Cos you only need the light when its burning low

Only miss the sun when it starts to snow

Only know you love her when you let her go

Only know you’ve been high when you’re feeling low

Only hate the road when you’re missing home

Only know you love her when you let her go

And you let her go

Passenger – Lass sie gehen

Ja, du brauchst das Licht nur, wenn es am Ausgehen ist

Vermisst die Sonne nur, wenn es anfängt zu schneien

Weißt nur, dass du sie liebst, wenn du sie gehen lässt

Weißt nur, dass du ein Hoch hattest, wenn du ein Tief fühlst

Hasst die Straße nur, wenn du dein Zuhause vermisst

Weißt nur, dass du sie liebst, wenn du sie gehen lässt

Und du lässt sie gehen

 

Du starrst auf den Boden deines Glases,

während du hoffst, dass du es eines Tages schaffst einen Traum andauern zu lassen

Aber Träume entstehen langsam und sie vergehen so schnell

Du siehst sie, wenn du deine Augen schließt

Vielleicht wirst du eines Tages verstehen warum

Alles was du anfasst mit Sicherheit stirbt

 

Aber du brauchst das Licht nur, wenn es am Ausgehen ist

Vermisst die Sonne nur, wenn es anfängt zu schneien

Weißt nur, dass du sie liebst, wenn du sie gehen lässt

Weißt nur, dass du ein Hoch hattest, wenn du ein Tief fühlst

Hasst die Straße nur, wenn du dein Zuhause vermisst

Weißt nur, dass du sie liebst, wenn du sie gehen lässt

 

Starst in der Dunkelheit die Decke an

Das altbekannte leere Gefühl in deinem Herzen

Denn Liebe entsteht langsam und sie vergeht so schnell

Nun, du siehst sie, wenn du einschläfst

Aber du kannst sie nie berühren, nie halten

Denn du hast sie zu sehr geliebt und du bist zu tief getaucht

 

Ja, du brauchst das Licht nur, wenn es am Ausgehen ist

Vermisst die Sonne nur, wenn es anfängt zu schneien

Weißt nur, dass du sie liebst, wenn du sie gehen lässt

Weißt nur, dass du ein Hoch hattest, wenn du ein Tief fühlst

Hasst die Straße nur, wenn du dein Zuhause vermisst

Weißt nur, dass du sie liebst, wenn du sie gehen lässt

Und du lässt sie gehen

Und du lässt sie gehen

Ja du lässt sie gehen

 

Denn du brauchst das Licht nur, wenn es am Ausgehen ist

Vermisst die Sonne nur, wenn es anfängt zu schneien

Weißt nur, dass du sie liebst, wenn du sie gehen lässt

Weißt nur, dass du ein Hoch hattest, wenn du ein Tief fühlst

Hasst die Straße nur, wenn du dein Zuhause vermisst

Weißt nur, dass du sie liebst, wenn du sie gehen lässt

 

Denn du brauchst das Licht nur, wenn es am Ausgehen ist

Vermisst die Sonne nur, wenn es anfängt zu schneien

Weißt nur, dass du sie liebst, wenn du sie gehen lässt

Weißt nur, dass du ein Hoch hattest, wenn du ein Tief fühlst

Hasst die Straße nur, wenn du dein Zuhause vermisst

Weißt nur, dass du sie liebst, wenn du sie gehen lässt

Und du lässt sie gehen

100 000 und 1 Mal

Juli 5, 2013

Hundertmal den selben Gedanken aufgegriffen, in der Hand gedreht und ängstlich beiseite gelegt: “Ich sollte wieder schreiben.”
Hunderfünzigmal gedacht, “Worüber soll ich denn eigentlich schreiben?”, und dann weiter geeilt.
Durch das Leben durch die Liebe, durch das Erleben eines jeden Tages.

Und dann: Pausen. Zwangs- oder selbstverordnete Pausen. Und nichts geht mehr, außer dem schlechten Gewissen, das da murmelt: “Sollte ich nicht mal….” Das ‘was’ ist austauschbar und das Murmeln wird zum Rauschen: Bei Oma vorbeischauen, Gitarre üben, endlich mit dem Nähen anfangen, die Wäsche waschen, den Garten gießen, mich bei x melden, mich bei y melden, mich bei z melden, wieder Tanzen gehen, das Schlafzimmer aufräumen, die Wohnung rauswischen, endlich mit einem größeren Schreibprojekt anfangen, wieder bloggen…

Die Anzahl der Dinge, die ich noch tun will/soll/muss/könnte scheint unendlich. Die Anzahl der Minuten pro Tag is begrenzt. Meine Leistungsfähigkeit auch. Scheint mir, immernoch niedriger, als die aller anderen Menschen, die ich so kenne. Die Arbeit, Sport, Uni, Liebe, Freunde, Hobbies bequem unter einem Hut verstauen und dabei irgendwie nicht gehetzt wirken.

Tausendmal gespürt, das 24 Stunden einfach nicht genug sind.
Hunderttausendmal damit gehadert, dass die Welt nicht stehenbleibt, wenn ich es tu.
Treiben lassen kann ich mich nicht. Dafür gibt es zu viel ‘Wollen’ und ‘Streben’ in mir. Aber einen Weg gefunden, mit der Zeit im gleichen Rhythmus zu rudern habe ich immernoch nicht.
Versuche es im Moment mit einem Mittelweg. Rudere voraus, lasse die Ruder los und bin, in der Sonne liegend, mitten drin, wenn das Leben vorbeiströmt.
Manchmal gelingt es mir sogar dabei nicht daran zu denken, dass ich irgendwann meine Ruder wieder aufnehmen muss.

Zum ersten mal seit…was weiß ich wie lang bin ich jetzt hier, im Schreiben.
Das Herz klopft mir bis zum Hals. Fühlt sich komisch, an meine Gedanken sortieren und in steife Worte formen zu müssen. Fühle mich ein bisschen wie ein Simultanübersetzer für meine innere Stimme.
Presse meine innere Welt zwischen die Seiten des www wie getrocknete Blumen in ein Buch. Obwohl sie kein Gewicht haben wird mir nun doch etwas leichter.
Bin mir nicht sicher, ob ich rudere oder treibe.
Kann nicht aufhören mich zu fragen, ob ich nun wieder öfter hier vorbei komme.

Nyx übersetzt: My Way

Dezember 2, 2012

Okay, hier muss ich ein wenig ausholen.

Bei My Way handelte es sich mal um einen Song der Franzosen Claude Francois und Jaques Revaux. Ursprünglich hatten sie den Titel sogar selbst auf englisch getextet und er hieß “For Me” doch veröffentlicht wurde er letztlich als “Comme d´habitude”. Der Text behandelt eine Beziehung, die nicht mehr richtig funktioniert. Wer es genau wissen will kann hier nachlesen (leider nur auf Französisch und Englisch).

Den Text der englischen Version, die wir alle so gut kennen, schrieb Paul Anka für Frank Sinatra, der ihm kurz zuvor erzählt hatte, er würde aus dem Musikbusiness aussteigen, er hätte genug davon.

So, genug der Vorrede. Hier der englische Text:

 

 

My Way – Frank Sinatra

 

And now, the end is here
And so I face the final curtain
My friend, I’ll say it clear
I’ll state my case, of which I’m certain
I’ve lived a life that’s full
I traveled each and ev’ry highway
And more, much more than this, I did it my way

Regrets, I’ve had a few
But then again, too few to mention
I did what I had to do and saw it through without exemption
I planned each charted course, each careful step along the byway
And more, much more than this, I did it my way
Yes, there were times, I’m sure you knew
When I bit off more than I could chew
But through it all, when there was doubt
I ate it up and spit it out
I faced it all and I stood tall and did it my way

I’ve loved, I’ve laughed and cried
I’ve had my fill, my share of losing
And now, as tears subside, I find it all so amusing
To think I did all that
And may I say, not in a shy way,
“Oh, no, oh, no, not me, I did it my way”

For what is a man, what has he got?
If not himself, then he has naught
To say the things he truly feels and not the words of one who kneels
The record shows I took the blows and did it my way!

Yes, it was my way

 

 

Hier meine persönliche Lieblingsversion, von Robbie Williams in der Royal Albert Hall:

Robbie, My Way

(Leider kann ich das Video von MyVideo nicht einbetten. Die Youtube-Version ist aber in so einer schlechten Qualität, das will ich euch nicht antun.)

Und nun, meine Übersetzung:

 

 

Auf meine Weise

 

Und nun ist das Ende da
Und bevor der letzte Vorhang fällt
Mein Freund, sage ich es dir, wie es ist
Ich lege meinen Fall dar, so wie ich es sehe
Ich habe ein erfülltes Leben gelebt
Ich habe jeden einzelnen Highway bereist
Und mehr, noch mehr als das, ich tat es auf meine Weise.

Bereut habe ich so manches
Und dann doch wieder zu wenig, um es zu erwähnen
Ich hab getan, was ich tun musste und hab es ohne Ausnahme durchgezogen
Ich habe jede Weiche, jeden vorsichtigen Schritt auf den Nebenpfaden geplant
Und mehr, noch mehr als das, ich tat es auf meine Weise.

Ja, es gab da Zeiten, ich bin mir sicher du weißt das,
zu denen ich den Mund zu voll genommen habe
Aber während all der Zeit, wenn ich Zweifel hatte
Hab ich mich durchgebissen und sie wieder ausgespuckt
Ich hab allem die Stirn geboten und stand immer aufrecht und tat es auf meine Weise.

Ich liebte, ich lachte und weinte
Ich hatte mein Maß, meinen Anteil am Verlust
und jetzt, wo die Tränen nachlassen finde ich es alles so amüsant
Wenn ich daran denke, dass ich das alles getan habe
Und wenn ich das sagen darf, nicht auf zurückhaltende Weise,
Oh nein, oh nein, nicht ich, ich tat es auf meine Weise

Denn, was ist ein Mann und was hat er denn schon?
Ihm bleibt nichts, außer sich selbst
Zu sagen, was er wirklich fühlt und nicht die Worte von einem der kniet
Mein Leben beweist, ich hab die Schläge eingesteckt und tat es auf meine Weise!
Ja, es war meine Weise!

Zerbrochene Krüge II.

Dezember 1, 2012

Gerade fühlt sich jede vergangene Woche wie ein kleiner Sieg an. Und in jedem dieser Siege stecken noch kleinere Etappensiege.

  • Ein Referat gehalten
  • Ein wichtiges Telefonat geführt
  • Eine Prüfung sehr gut bestanden

Ich denke immer seltener ans aufgeben, wenn ich sehe, was ich kann. Doch dafür fühle ich mich getrieben.

Wenn ich bei M. bin, da ist das alles wie weggeblasen. Ich fühle mich sicher und geborgen und ein Stück aus der Realität gerückt hinein in ein kleines Reich, das nur für uns ist.

Und wenn ich die Tür von außen schließe bin ich wieder mein altes, unstabiles, löchriges Selbst.

Aber ich kann fühlen, wie es nicht mehr schwerer wird.

Kleine Siege, kurze Etappen, ab und zu Luft holen und seine Wärme, die mir sagt, dass alles gut ist, sein fieses kleines Lachen, das mir sagt, dass alles nur in meinem Kopf ist.

Ich strecke meine Rücken durch, und freue mich über die Blumen, die unerwartet dort am Wegesrand auftauchen, wo ich, nicht dicht, wie ich nun mal bin, mein Wasser vergossen habe.

Ich fühle, zu was ich alles in der Lage bin, wenn ich nur den Mut habe.

Und ich weiß, ich bin noch immer auf dem richtigen Weg.

Alles wird gut. Diesmal bestimmt…

Anonymität / Zerbrochene Krüge I.

November 27, 2012

Die relative Anonymität dieses Blogs erlaubt mir etwas, das ich anderswo nicht finde. Die Freiheit die Wahrheit zu sagen. Eine Wahrheit, die Teil von mir ist, mich jedoch nicht hinreichend beschreibt.

Die Wahrheit ist, dass ich mich auch heute noch fühle wie ein zerbrochenes Gefäß, das notdürftig geflickt ist,
Ein schöner Krug, mit hübschem Muster. Ein einzigartiges Stück mit praktischen Henkeln.

Aber nicht alle Scherben wurden dort eingefügt, wo sie heraus gebrochen sind. Es gibt Dellen und Beulen, wo keine sein sollten. Es gibt Brüche im Dekor. Es gibt Stellen an denen kleinere Splitter fehlen.

Ich bin ein geflickter Krug, der tropft, wenn man ihn bis zum Rand füllt.

Ich bin nicht dicht.

Ich habe nicht nur einen Sprung in der Schüssel.

Ich bin zersprungen und habe mich wieder zusammengesetzt, nicht nur einmal. Und jetzt habe ich schwache Stellen, die man nicht zu großem Druck aussetzen darf. Sonst platzt etwas ab.Ich bin nicht unversehrt, so wie es die meisten Menschen nicht sind. Ich zweifle und verzweifle immer und immer wieder am Leben und seinem Sinn.

Ich bin es leid diesen Kampf immer und immer wieder allein mit mir auszufechten.

Manchmal bin ich müde und möchte nicht mehr so weitermachen. So von Makeln verunstaltet, schwach und zerbrechlich.

Eine lange, viel zu lange Zeit nahm ich ein Antidepressivum, um durch den Tag zu kommen. Im Moment nehme ich es nicht.

Ich habe es nicht mehr gebraucht, als ich mir einen kleinen Traum erfüllt habe und mein Studium begonnen habe. Ich habe es noch weniger gebraucht, als ich meine Augen geöffnet habe und mir erlaubt habe M.  als jemanden zu sehen, der gut für mich ist.

Nun ist es Herbst. Und ich spüre, wie es zieht und kneift, wie es drückt und tropft an den alten, geflickten Stellen.

Ich bin müde, und manchmal will ich nicht mehr. Ich frage mich dann, ob die Angst jemals aufhört, ob die Tage wieder leichter werden, wann mein nächster wacher Tag kommt und ob ich es so lange schaffe.

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